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StartseiteSport am Wochenende"Sportler haben ein besonders starkes Gefühl der Unverwundbarkeit"15.03.2020

Umgang mit der Corona-Krise"Sportler haben ein besonders starkes Gefühl der Unverwundbarkeit"

Profisportler nähmen Krisenzeiten wie die aktuelle Corona-Pandemie anders wahr als der Großteil der Menschen, erläuterte der Psychologe Andreas Kappes von der Universität London. Durch ihr psychologisches Profil seien sie in gewisser Weise ein Albtraum für jeden Epidemiologen.

Andreas Kappes im Gespräch mit Astrid Rawohl

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Andreas Kappes, Psychologe und Dozent an der University of London (Andreas Kappes)
Der Psychologe Andreas Kappes arbeitet an der University of London (Andreas Kappes)
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Professionelle Sportler hätten einen langjährigen Selektionsprozess hinter sich. Ein gewisses psychologisches Profil helfe dabei, diesen zu überstehen. Deshalb seien Sportler besonders optimistisch, hätten besonders starke Kontrollüberzeugungen und ein besonders starkes Gefühl der Unverwundbarkeit und Unverletzlichkeit, sagte Psychologe Andreas Kappes im Dlf-Interview.

Profisportler seien der Überzeugung, dass ihnen nichts zustoßen könne, dass sie nicht erkrankten, wenn sie sich richtige verhalten oder vorbereiten würden. In gewisser Weise seien sie damit ein Albtraum für Epidemiologen. Dadurch, dass der Sport von sehr optimistischen Menschen besetzt sei, habe es wahrscheinlich etwas länger gedauert, bis man eingesehen habe, wie brenzlig die Situation mit der Ausbreitung des Coronavirus eigentlich sei und welche Verantwortung man habe.  

Das Einstellen des Fußball-Betriebs und internationaler Wettkämpfe sei nun eine sehr schwierige Situation für Sportlerinnen und Sportler. Das Wohlbefinden und das Gefühl der Identität sei bei diesen stark an bestimmte Ereignisse wie Aufstieg oder Abstieg, Pokalgewinn, Europameisterschaft etc. gekoppelt. Fielen solche Ereignisse wag, sinke die Motivation und das Wohlbefinden deutlich.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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