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StartseiteVerbrauchertippWie man mit Zusatzprogrammen veraltete Software weiter nutzen kann12.03.2020

Umstieg auf Windows 10Wie man mit Zusatzprogrammen veraltete Software weiter nutzen kann

Nutzer sollten keine Angst vor dem Umstieg auf Windows 10 haben. Die meisten Programme, die unter dem Windows 7 liefen, funktionieren in der Regel auch mit dem neuen Betriebssystem. Bei noch älterer Software ist das anders.

Von Stefan Römermann

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Microsoft Windows 7 Präsentation auf der Entertainment Area der Gamescom (imageBROKER/ Jochen Tack)
Die meisten Programme laufen unter Windows 10 problemlos, alte DOS-Software allerdings nicht. Doch auch hierfür gibt es Möglichkeiten, diese zu aktivieren. (imageBROKER/ Jochen Tack)
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Immerhin: In den allermeisten Fällen klappt der Umstieg auf Windows 10 vergleichsweise unproblematisch, sagt Hajo Schulz vom Computermagazin "c’t".

"Also als grobe Daumenregel kann man schon sagen: Software, die unter Windows 7 gelaufen ist, die wird auch unter Windows 10 laufen."

Zumindest dann, wenn die Programme auch tatsächlich für Windows 7 programmiert wurden. Schwierigkeiten gibt es allerdings oft bei Programmen, die aus noch älteren Zeiten kommen, sagt Schulz.

"Das ist entweder DOS-Software – oder Windows Software aus den Zeiten von Windows 3. Auch die gibt es tatsächlich noch. Gerade an DOS-Programmen sind noch ein paar Spiele ziemlich beliebt."

Wenn die Technik zu alt ist

Aber auch manche liebgewonnene Anwendungsprogramme wollen auf einem aktuellen Rechner mit Windows 10 oft einfach nicht mehr starten. Das Problem ist dabei, dass die Programme für eine uralte Generation von Computerprozessoren geschrieben wurden, die so genannten 16-Bit-Prozessoren, erklärt die Leipziger Informatikerin Denise Arnold:

"Also 16-Bit-Programme, da kann man davon ausgehen, dass sie etwa aus den 90er-Jahren stammen. Und dann auch auf Rechnern liefen, die mit heutigen Rechnern gar nicht mehr zu vergleichen sind. Ja, sie sind dann ja auch schon fast 30 Jahre alt."

Eine Hand bedient eine Computermaus. (AFP / Robyn Beck)Mit Zusatzprogrammen kann man den Desktop eines älteren Rechners simulieren und alte Programme weiternutzen (AFP / Robyn Beck)

Hilfsprogramme können helfen, alte Software zum Laufen zu bringen

Inzwischen sind 64-Bit-Prozessoren Standard. Und beim Wechsel auf diese Prozessorgeneration hat Microsoft in seinen Betriebssystemen die alten 16-Bit-Zöpfe abgeschnitten und die Unterstützung für solche Programme eingestellt.

Mit kostenlosen Hilfsprogrammen lassen sich aber auch solche Programme oft noch zum Laufen bringen. Für MS-DOS-Programme geht das mit dem Programm "DOSBox". Für alte Windows-Programme empfehlen sich "Virtualbox" oder der "VMware Player". Diese Programme bilden auf dem eigenen Rechner vereinfacht gesagt einen älteren Computer nach. In einem kleinen Programmfester kann man dann ältere Betriebssysteme wie Windows 98, Windows XP oder Windows 7 laufen lassen, erklärt Informatikerin Arnold.

Arnold: "So, jetzt läuft unser Windows 7 in unserer 'Virtualbox'."
Römermann: "Also dieses Fenster ist jetzt quasi der Monitor?"
Arnold: "Genau, wir können auch den Vollbildmodus einstellen, wenn wir das wollen."

Im Vollbild-Modus fühlt es sich tatsächlich so an, als sitzt man vor einem alten Windows 7- oder auch einem Windows 98-Rechner. Auf diesem virtuellen Computer installiert Denise Arnold jetzt ein altes Musik-Programm.

"Und wir haben jetzt hier das Setup für unser Programm 'ChordPro-Manger'. Das ist schon ein bisschen älter und hat auch unter Windows 10 ganz schön Probleme." – Römermann: "Na dann!" – Arnold: "Starten wir mal das Setup."

Ein paar Augenblicke später ist es dann soweit.

"Im Windows-Menü zeigt er jetzt unter 'Neue Programme' hell hinterlegt unseren 'ChordPro-Manager'. Und jetzt ist unser Programm auf und wir können es jetzt benutzen."

Rechtliche Grauzonen vermeiden

Das Betriebssystem für den nachgebildeten PC muss ich allerdings in der Regel selbst in der virtuellen Maschine installieren. Dafür brauche ich eine passende Installations-CD – beispielsweise von einem alten PC und außerdem den passenden Produktschlüssel und die Lizenz für diese zweite, zusätzliche Windows-Installation, sagt "c’t"-Experte Hajo Schulz.

"Wenn man die noch hat, ist das okay. Wenn nicht, begibt man sich zumindest in eine rechtliche Grauzone."

Wer alte Software zum Laufen bringen möchte, sollte allerdings Geduld mitbringen. Bis alles läuft sind manchmal unerwartete Probleme zu bewältigen. Hilfe bieten Tutorials und Anleitungen im Internet – und auch verschiedene Technik-Foren.

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