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StartseiteVerbrauchertippAm besten einen Festpreis vereinbaren23.07.2019

UmzugsunternehmenAm besten einen Festpreis vereinbaren

Ein Umzug bedeutet viel Arbeit. Wer dabei Unterstützung braucht, kann ein Umzugsunternehmen beauftragen, das einige oder alle Aufgaben erledigt. Doch wie findet man eine vertrauenswürdige Umzugsfirma und auf welche Standards sollte man achten?

Von Margret Bielenberg

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Eine Mitarbeiterin eines Umzugsunternehmens stapelt am Umzugskartons in einem Lkw.  (picture alliance / dpa)
Am besten ist es, für den Auftrag einen Festpreis zu vereinbaren. Im Vertrag müssen die vereinbarten Arbeiten detailliert aufgeführt werden. (picture alliance / dpa)
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Wer mit der ganzen Familie umzieht, ist froh über professionelle Unterstützung. Umzugsunternehmen, die Mitglied im Bundesverband Möbelspedition und Logistik sind, sind zu empfehlen, sagt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Zwei bis drei Angebote sollte man vergleichen.

"Ist ja ganz wichtig, wenn man einen größeren Umzug plant, dass sich das Umzugsunternehmen vor Ort einmal die Gegebenheiten ansieht, um dann auch realistisch abschätzen zu können wie teuer der Umzug wird."

Passgenauen Vertrag vereinbaren

Handelt es sich um einen kleineren Umzug und der Umziehende hat schon häufiger die Wohnung gewechselt, dann lässt sich das auch per Mail machen, sagt Susanne Kruse von der Famö – der Fachvereinigung Möbelspedition, Umzugslogistik und Relocation in Hamburg.

"Dass man eine Umzugsliste durchgibt und am Telefon bespricht, was zu tun ist. Was man heute auch tun kann, wenn man Handyaffin ist, es gibt auch schon Apps, mit denen man fotografieren kann und das reicht man dann weiter an die Umzugsfirma, dann kann man daraus abschätzen wie groß der Umzug sein wird."

Am besten ist, einen Festpreis zu vereinbaren. Im Vertrag müssen die vereinbarten Arbeiten detailliert aufgeführt werden.

"Wie sind die Gegebenheiten vor Ort? In dem Haus, wo sie ausziehen und wo sie hinziehen, gibt es einen Aufzug? Wie weit ist der Transportweg zur Straße?"

Auch die Liste der Umzugsgüter muss vollständig sein. Das sollte man gewissenhaft prüfen, damit der Festpreis auch ein Festpreis bleibt.

"Es kommt gar nicht so selten vor, dass der Kunde vergisst, was er alles im Kellerraum noch gelagert hat. Er glaubt, da stehen nur zwei Kartons, das muss dann tatsächlich noch im Nachhinein mitberücksichtigt werden."

Sofort auspacken, um böse Überraschungen zu vermeiden

Der Umzugsunternehmer haftet nur dafür, wofür er auch verantwortlich ist. Hat der Kunde das Geschirr selbst eingepackt und es ist etwas zu Bruch gegangen, wird es schwierig, die Umzugsfirma verantwortlich zu machen. Grundsätzlich gilt: Die Haftungsgrenze beträgt 620 Euro pro Kubikmeter Laderaum. Manchmal kann der Schaden die Haftungsgrenze überschreiten, wenn zum Beispiel Kunstgegenstände oder Antiquitäten transportiert werden. Auch Pflanzen sind beispielsweise nicht versichert. Gegebenenfalls lässt sich eine gesonderte Transportversicherung abschließen. Wird während des Umzugs etwas beschädigt, muss man sofort handeln, sagt Julia Rehberg.

"Also ich lass mir das quittieren, den Schaden, dann wende ich mich am besten schriftlich an das Umzugsunternehmen, schildere dann noch mal den Schaden und fordere dann auf, diesen zu ersetzen."

Kommt der Umzugstransport am neuen Wohnort an, gilt: sofort auspacken!

"Grundsätzlich hat man nach dem Handelsgesetzbuch 14 Tage Zeit, versteckte Schäden zu melden."

Offensichtliche Schäden muss ich natürlich sofort anzeigen. Das kann schon am nächsten Tag bedeuten. Wer seine Sachen nicht sofort durchsehen kann, sollte das unbedingt im Vertrag festhalten. Nach dem Umzug lassen sich die Kosten steuerlich geltend machen. Je nach Grund des Umzugs: als Werbungskosten, als Sonderausgaben oder als haushaltsnahe Dienstleistungen.

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