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StartseiteVerbrauchertippZugluft vermeiden, Energie sparen20.12.2018

Undichte Fenster und TürenZugluft vermeiden, Energie sparen

Veraltete Dichtungen, einfach verglaste Fenster, ein zu großer Spalt zwischen Boden und Tür: Schwachstellen im Haus oder in der Wohnung, an denen Zugluft entstehen kann, gibt es viele. Die meisten kann man in Eigenregie beheben. In manchen Fällen muss jedoch vorab der Vermieter gefragt werden.

Von Claudia Ullrich-Schiwon

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Sanierte Altbauten, aufgenommen im Stadtteil Kreuzberg in Berlin am 18.03.2018. (picture-alliance / dpa / Wolfram Steinberg)
Mit dem Kerzen-Test kann man herausfinden, wo an einem Fenster Zugluft entsteht (picture-alliance / dpa / Wolfram Steinberg)
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Manchmal sind es ja schon kleine Dinge die Wirkung zeigen. Das heißt; den Beschlägen oder dem Schließmechanismus fehlen ein paar Tropfen Öl, damit Fenster oder Türen wieder richtig schließen. Manchmal, sitzen auch die Schließbleche im Rahmen locker. Mit einem Schraubenzieher einfach festziehen.

Wenn es danach immer noch zieht gilt es, gezielt nach undichten Stellen zu suchen. Hier hilft der klassische Test mit einer Kerze immer schön langsam am Rahmen entlang. Auch mit einem Blatt Papier lässt sich leicht feststellen, wo die kalte Luft eindringt, sagt Tischlerrmeister Michael Senkler. Das DIN A 4 Blatt in den Fensterrahmen halten, Fenster schließen und versuchen es herauszuziehen:

"Dann stellt man fest, ob die Dichtung noch packt oder nicht. Aber wenn man weiß, dass die Dichtung 20 oder 30 Jahre alt ist, dann ist die ausgehärtet und muss erneuert werden."

Ein Stück der alten Dichtung mitnehmen

Dichtungsmaterial gibt es in Baumärkten, beim Fachhandel oder direkt beim Fensterbauer. In jedem Fall ein Stück der alten Dichtung mitnehmen, denn es gibt so viele unterschiedliche Maße und Profile in diversen Materialien.

Welche Dichtungen passen, hängt vom Alter und der Beschaffenheit und dem Material der Fenster ab. Holz, Kunststoff oder Aluminium. Für die meisten Kunststofffenster eignen sich Gummidichtungen.

Dichtungen regelmäßig pflegen

Dichtungen sollten regelmäßig gepflegt werden, egal wie alt sie sind, rät Tischlermeister Michael Senkler von einem Fensterbau- und Türenspezialist in Münster.

"Die kann man mit Vaseline-Öl wieder ein bisschen geschmeidig kriegen, Weiss-Öl ist das. Das streicht man da drauf und dann zieht das ein."

Eine weitere Schwachstelle können die Scheiben sein. Durch eine Einfachverglasung oder schlichte Zweifachverglasung ohne Wärmeschutz dringt einfach die Kälte durch, sagt der Fachmann:

"Dann muss man Scheiben tauschen mit einer guten Gasfüllung da drin und nicht mit einer Luftfüllung, wie das häufig der Fall ist. Also Scheiben, die einen guten U-Wert haben."

Echte Energieräuber

Mit der Messung des U-Wertes wird der Wärmeverlust von innen nach außen bestimmt. Je niedriger der Wert, umso geringer ist der Wärmeverlust. Beim Abdichten von Haustüren gelten zum Teil die gleichen Maßnahmen wie bei Fenstern. Hier kann jedoch ein zu großer Spalt zwischen Boden und Tür ein Problem sein. Ein paar Millimeter zu viel sind da schon echte Energieräuber. Da kann eine Schiene mit Bürstendichtung abhelfen:

"Die werden unten in die Tür gefräst, dann ist der Spalt unter der Tür meistens recht gut zu."

Dies ist aber schon eine bauliche Maßnahme, die der Zustimmung des Eigentümers bedarf wenn man in einem gemieteten Haus wohnt. Architektin Silke Krajewski von der Energieberatung der Stadt Münster und der Verbraucherzentrale:

"Da ist natürlich der Mieter in einer schwierigen Situation. Der Vermieter ist ja in Deutschland nicht nach § 10 verpflichtet, Fenster oder Türen auszutauschen."

Lange Liste an Schwachstellen

Die Liste der Schwachstellen ist lang, sagt Tischlermeister Senkler und weist noch auf Rollladenkästen und Heizkörpernischen hin, die man ebenfalls gut abdichten kann: "Muss man auch mit so einem Hochleistungsdämmstoff dämmen, so 20 Milimeter Polyurethandämmstoff mit Aluminiumbeschichtung."

Die Energieberater raten hier alternativ auch zu ökologischen Dämmplatten zum Beispiel aus Blähglasgranulat und Glasvlies. Wie steht es aber um die Dämmqualität von konventionellen oder ökologischen Dämmstoffen? Silke Krajewski:

"Also der Dämm-Wert bei den konventionellen Baustoffen ist sogar etwas besser. Die Vorteile der ökologischen Dämmstoffe sind der Wärmeschutz, der Schallschutz und eben die Nachhaltigkeit."

Insgesamt – so Senkler - könnten geschickte Heimwerker vieles in Eigenregie selber machen, sollten jedoch beim Materialeinkauf auf Qualität achten. Hier lohne sich das Sparen nicht, betont er.

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