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UNESCOWelttag des Radios soll Vielfalt schaffen

Altes Radiogerät im Ambiente der 60er Jahre (imago stock&people)
Altes Radiogerät im Ambiente der 60er Jahre (imago stock&people)

Die UNESCO begeht heute den Welttag des Radios. Sie will damit die Bedeutung des Mediums hervorstreichen. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres weist dem Radio eine Schlüsselrolle zu.

2012 gab es ebenfalls am 13. Februar den ersten Welttag des Radios. Das Datum wurde bewusst gewählt, ging doch 1946 an diesem Tag das "United Nations Radio" auf Sendung.

Guterres: "Radio spielt Schlüsselrolle"

Antonio Guterres hob in einer Video-Botschaft die Bedeutung des Radios hervor. "Während wir uns bemühen, die Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen und die Klimakrise zu bekämpfen, spielt das Radio eine Schlüsselrolle als Informationsquelle und als Inspirationsquelle", sagte er. Radio bringe Menschen zusammen. Radio ermutige zu Vielfalt und helfe, eine friedlichere und inklusivere Welt zu errichten.

Der Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay schreibt: "Weil das Radio Menschen einlädt, ihren Horizont zur erweitern und neue Perspektiven zu entdecken, ist das Radio ein humanistisches Medium. Es hilft, Vorurteile und Diskriminierung zu bekämpfen."

Lob auf den Deutschlandfunk

Dem Welttag des Radios nahm sich im Vorfeld auch eine deutsche Zeitung an: "der Freitag". Dort schreibt ein Autor über unsere Sender: "Fast alle vernünftigen und klugen Menschen, die ich kenne, hören, soweit bekannt, Deutschlandfunk respektive Deutschlandfunk Kultur." Laut "Media Analyse" schalten täglich rund 37 Millionen Hörerinnen und Hörer in Deutschland werktäglich mindestens einen öffentlich-rechtlichen Radiosender ein. Das entspricht einem Anteil von 52,5 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren. Zwei Millionen entfallen auf den Deutschlandfunk.

Uwe Hasebrink vom Leibniz-Institut für Medienfoschung am Hans-Bredow-Institut betont in einem Audio-Kurz-Essay, das Medium Radio sei in Sachen Information und Unterhaltung vom Fernsehen und bei jüngeren Nutzerinnen und Nutzern vom Internet abgelöst worden. Die Stärke des Radios sei die als Begleitmedium, als fest etablierter Bestandteil der Lebensgewohnheiten. Dass das Radio überflüssig wird, glaubt Hasebrink nicht. Nötig sei aber eine Klärung dessen, was man unter Radio verstehen will. Als Beispiele nennt er neue Definitionen für Empfangsgeräte und des Hörens jenseits des linearen Programms. Radiomacher müssten sich mit neuen Optionen wie zeitunabhängigen, multimedialen Angeboten verknüpfen, um weiterhin die altbewährten Funktionen der stimmungsgetriebenen Untermalung des Alltags bei gleichzeitiger Anbindung an die Welt durch Nachrichten zu erfüllen.

Radio als Teil von Modernisierung

International wird der Welttag auch in den sozialen Netzwerken begangen. Auf Twitter machen die Hashtags #WorldRadioDay, #JournéeMondialDeLaRadio und #DiaMundialDeLaRadio die Runde. Dabei wird häufig an die Intimität des Mediums erinnert, und daran, dass man Radio gemeinsam zum Beispiel im Kreise der Familie hören könne. Immer wieder wird auch erwähnt, dass das Radio stets Teil von technischen Innovationen sei, zum Beispiel im Falle der digitalen Verbreitung über DAB+ oder das Internet. Die französische "La revue des media" verweist in diesem Zusammenhang auf eine ältere Serie über den Einsatz von Sprachrobotern im Journalismus - eine Entwicklung, die bereits in etlichen Redaktionen Einzug gehalten hat. Die Frage, wo Roboterjournalismus eingesetzt werden kann und was die Grenzen von Künstlicher Intelligenz sind, wird das Radio auch in Zukunft beschäftigen.