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StartseiteVerbrauchertippAuf die Hilfeleistungen kommt es an22.01.2019

Unfallversicherung Auf die Hilfeleistungen kommt es an

Die Assistance-Leistungen der Unfallversicherungen können besonders wichtig sein, um nach Unfällen die benötigte Hilfe im Haushalt oder im Alltag zu bezahlen. Bei den Zusatzangeboten der Versicherer gebe es erhebliche Unterschiede und auch Kostenfallen, warnt die Stiftung Warentest.

Von Dieter Nürnberger

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Unfallopfer mit Krücken zum Laufen  (dpa / Christin Klose )
Besonders wichtig nach einem Unfall: Assistance-Leistungen der Unfallversicherung (dpa / Christin Klose )
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Die Grundidee der Assistance-Leistungen ist einfach: Nach einem Schadensfall bekommen die Versicherten statt Geld unbürokratisch und schnell Hilfe. Etwa Essen auf Rädern oder auch die Bereitstellung eines Fahrdienstes. Diese Zusatzleistungen werden oft zusammen mit einer regulären Unfallversicherung angeboten, die allein aber meist nur medizinische und pflegerische Kosten übernimmt. Auch Krankenkassen bewilligen Haushaltshilfen nur in bestimmten Fällen. Weswegen die Assistance-Leistungen gerade für ältere Menschen sinnvoll sein können, so Michael Nischalke von der Stiftung Warentest.

"Man muss sich quasi erst einmal - sofern man eine Unfallversicherung abgeschlossen hat - bei seinem eigenen Versicherer erkundigen. Das ist sicherlich ein sinnvoller Weg, die eigene Unfallversicherung entsprechend zu ergänzen. Man kann diese Policen aber auch separat - als quasi reine Schutzbriefleistung - bei einzelnen Versicherern abschließen."

Große Unterschiede und Kostenfallen

Relativ oft allerdings haben die Versicherer in ihren Policen für Zusatzleistungen Höchsteintrittsgrenzen festgelegt - meist zwischen 74 und 84 Lebensjahren. Knapp 60 Versicherungsangebote wurden untersucht. Es gibt große Unterschiede und auch Kostenfallen:

"Ganz wichtiger Punkt: All diese Hilfsleistungen sollten tatsächlich bezahlt werden. Nicht nur vermittelt."

Wichtig auch: Wie lange übernimmt die Versicherung nach dem Unfall solche Leistungen?

"Wir haben so eine Art Mindestumfang kreiert, wonach diese Leistungen auch zumindest sechs Monate geleistet werden müssen. Es nutzt mir ja relativ wenig, wenn ich womöglich meinen Ehepartner gepflegt habe - dann ist es auch wichtig, dass dafür Hilfe bereit steht. Dass sich also jemand um die Pflege meines Ehepartners kümmert. Und das sollte dann eben auch sechs Monate zumindest gewährleistet sein. Ob es dann in Anspruch genommen wird, ist eine andere Frage."

Auch individuelle Aspekte sollten berücksichtigt werden: Senioren mit Hund beispielsweise sollten einen Tarif wählen, der eine entsprechende Haustierbetreuung beinhaltet. Und besonders bei Alleinstehenden könnte die Kostenübernahme für die Einrichtung eines Hausnotrufs wichtig sein.

Schnelle, unbürokratische Hilfe - im Idealfall

Die Stiftung Warentest hält den Abschluss solcher Zusatzleistungen auch deshalb für wichtig, weil sie im Fall der Fälle eine unbürokratische und schnelle Hilfe versprechen.

"Der Mensch, der sich den Knöchel verstaucht, demzufolge nicht mehr laufen kann, der braucht ja morgen etwas zu essen und spätestens übermorgen vielleicht ein paar Erledigungen. Beispielsweise eine Begleitung zum Arztbesuch. Das kann also gar nicht erst vier oder fünf Tage dauern. Somit rufen die Leute direkt bei einem Service-Center an, und im Regelfall ist das dann nach ein oder zwei Tagen organisiert."

Stiftung Warentest: Altverträge prüfen

Die Jahresbeiträge richten sich nach dem Alter des Versicherten. Günstige Policen bei Abschluss mit 65 Jahren sind ab cirka 50 Euro zu haben, für 75-Jährige ab rund 80 Euro. Warentester Michael Nischalke:

"Wir haben zum Beispiel die Tarife der 'Huk', die den Mindestumfang erfüllen und gleichzeitig auch recht günstig sind. Es gibt auch einen empfehlenswerten Tarif der 'WGV' und daneben noch 15 weitere Angebote, die wir eben zu den empfehlenswerten zählen. Konkret: Sie erfüllen den von uns geforderten Mindestumfang an Leistung."

Und noch ein Hinweis: Wer schon eine Unfallversicherung abgeschlossen hat und somit den Vertrag nur erweitern möchte, sollte darauf achten, diesen Altvertrag zu behalten. Denn ein Neuabschluss der Unfallversicherung könnte schlechtere Bedingungen nach sich ziehen.

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