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StartseiteSternzeitDer Mond am Rand der Erdatmosphäre25.05.2019

Unklare GrenzeDer Mond am Rand der Erdatmosphäre

Eine internationale Forschergruppe hat herausgefunden, dass die Atmosphäre der Erde sich viel weiter ins All ausdehnt, als bislang angenommen. Sie soll sogar noch den Mond mit einschließen. Die Daten stammen von der europäisch-amerikanischen Sonnensonde SOHO.

Von Dirk Lorenzen

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Der Aufgang der Erde über dem Mond, fotografiert von Apollo 8 (NASA)
Die Atmosphäre der Erde soll den Mond noch mit einschließen (NASA)

Die Ausläufer der irdischen Atmosphäre reichen viel weiter in den umgebenden Weltraum hinaus als bislang angenommen. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine internationale Forschergruppe anhand von Daten, die von der europäisch-amerikanischen Sonnensonde SOHO stammen.

Sie war Ende 1995 gestartet worden und beobachtet seither von einem Standort etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt aus die Sonne. Zudem geht es um den Einfluss von Strahlung und Partikeln auf die Erde.

Strahlung von ionisiertem Wasserstoff

Eines der Instrumente an Bord der Sonde misst die Strahlung, die von ionisiertem Wasserstoff ausgeht. Sie entsteht, wenn Wasserstoffatome durch die Ultraviolettstrahlung der Sonne zunächst ihr einziges Elektron verlieren und die Elektronen sich später wieder mit Atomkernen verbinden.

Sehr dünn verteiltes Wasserstoffgas umgibt die Erde als Geokorona jenseits der obersten Atmosphärenschichten. Entsprechende Beobachtungen gelangen bereits 1972, nachdem die Apollo-16-Astronauten ein Teleskop mit einem UV-Detektor auf dem Mond installiert hatten.

So sah der Sonnen-Beobachtungssatellit SOHO die Geokorona auf einer Grafik So sah der Sonnen-Beobachtungssatellit SOHO die Geokorona (ESA)

Aus rund vierfacher Mondentfernung hat der Ultraviolett-Detektor an Bord der SOHO-Sonde auch die Grenze dieser Geokorona erfasst. Sie reicht über der Tagseite der Erde mindestens bis in rund 600.000 Kilometer Abstand, also weit über die Mondbahn hinaus.

Allerdings enthält sie schon in Mondentfernung nur noch ein Wasserstoffatom pro fünf Kubikzentimeter und ist damit von einem Vakuum kaum noch zu unterscheiden.

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