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UNO-KriegsverbrechertribunalUrteil gegen Ex-General Mladic bestätigt

Das vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt den serbischen Ex-General Mladic bei der Urteilsverkündung. (dpa / ICTY/AP)
Das Videostandbild zeigt den serbischen Ex-General Mladic bei der Urteilsverkündung in Den Haag im Jahr 2017. (dpa / ICTY/AP)

Der frühere serbische General Mladic ist wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit auch in letzter Instanz schuldig gesprochen worden.

Das UNO-Kriegsverbrechertribunal bestätigte damit die lebenslange Haftstrafe aus der ersten Instanz von 2017 und erklärte, die Schuld sei zweifelsfrei erwiesen. Demnach war Mladic für das Massaker von Srebrenica verantwortlich, bei dem während des Bosnien-Krieges in den 1990er Jahren rund 8.000 muslimische Jungen und Männer ermordet wurden. Zudem wird ihm die Belagerung der Stadt Sarajevo mit mehr als 10.000 Toten zur Last gelegt. Er selbst hatte einen Freispruch erreichen wollen.

Das Urteil stieß international auf breite Zustimmung. US-Präsident Biden sagte, es zeige, das diejenigen, die schreckliche Verbrechen verübten, zur Rechenschaft gezogen würden. UNO-Generalsekretär Guterres dankte den Richtern und Prozessbeteiligten für ihr jahrelanges Engagement. EU-Ratspräsident Michel sprach von einem wichtigen Schritt im Kampf für Gerechtigkeit. Bundesaußenminister Maas erklärte, er hoffe, dass die Gerichtsentscheidung ein gewisser Trost für die Opfer und Hinterbliebenen sei.

In Bosnien-Herzegowina stieß das Urteil auf geteilte Reaktionen. Im Rathaus der Hauptstadt Sarajevo wurde die Urteilsverkündung für die Öffentlichkeit live übertragen. Als das Urteil gesprochen wurde, applaudierte das Publikum. Der führende bosnische Serben-Politiker Dodik sagte dagegen, den Völkermord in Srebrencia habe es nicht gegeben. Es handele sich um einen Mythos.

Diese Nachricht wurde am 08.06.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.