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StartseiteCorso"Wo soll all das Geld herkommen?"20.03.2020

Unterstützung für die lokale Clubszene"Wo soll all das Geld herkommen?"

Konzertabsagen und die Schließung von Clubs treffen die Szene hart. Um Spenden zu bündeln, hat der DJ, Plattenverkäufer und Merchandiser Andree Böhle eine Unterstützungsaktion organisiert. "Es trifft alle hart, viele arbeiten sowieso schon an der Grenze", sagte er im Deutschlandfunk.

Andree Böhle im Corsogespräch mit Ina Plodroch

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(Andree Böhle)
Die Aktion "Be My Quarantine. Support Your Local Scene" (Andree Böhle)
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Die Konzertbranche und das Coronavirus "Eine Lose-lose-Situation”

Seit dieser Woche kann Andree Böhle nicht mehr arbeiten. Eigentlich verkauft er Platten, legt auf, steht hinter dem Tresen, verkauft Fan-Shirts auf Konzerten. Durch die Absagen im Konzertbetrieb wegen des Coronavirus' kann er all das gerade nicht mehr machen. "Ich bin wie viele andere vollkommen einkommenslos", sagte er im Dlf. Seine erste unfreiwillig freie Woche hat er für eine Aktion genutzt: "Be My Quarantine. Support Your Local Scene".

"Die Leute sollen das Gefühl haben, dass sie sich einer Bewegung anschließen"

Die Idee dahinter sei, dass eine gemeinsame Aktion mehr Aufmerksamkeit generieren könne als einzelne Spendenaktionen, die jeder Betroffene gerade ins Leben zu rufen versuche. Deshalb hat er zwei T-Shirts designt mit der Aufschrift "No Culture. No Life". Mit Freunden von einer Merchandise-Firma hat er einen Internetshop ins Leben gerufen. Die Clubs müssen nur noch eine Mail an ihn schicken und können dann Spenden empfangen. "Wir bieten die Artikel an, und beim Kauf in dem Shop wählen die Leute beim Bezahlvorgang aus, wen sie unterstützen wollen." Ein Teil des Geldes fließe dann an den jeweiligen Club.

"Die Leute, die nicht mehr ausgehen, die sparen ja auch das Geld"

Es gebe zwar Rettungsschirme in Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Andree Böhle meint allerdings: "Sind wir mal realistisch, alle sind betroffen. Wir reden nicht nur von Club- und Kulturbetrieben. Jetzt wo der Einzelhandel auch noch zugemacht hat." Seine Überlegung war: "Das Geld ist nicht zwangsläufig weg. Die Leute, die nicht mehr ausgehen, die sparen ja auch das Geld. Und die können es trotzdem weitergeben."

Es treffe sowohl die kleinen Clubs als auch die ganzen großen Veranstaltungshallen meint Böhle. "Es gibt Läden, die haben vielleicht eine bessere Basis an Stammkundschafft, die sie schneller organisieren können, die mehr Solidarität zeigen. Ich würde da aber keinen Unterschied machen, ob ein kleiner Laden mehr Probleme hat als ein größerer. Viele arbeiten sowieso schon an der Grenze."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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