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StartseiteVerbrauchertippWenn der Mieter einen Untermieter aufnimmt05.04.2019

UntervermietungWenn der Mieter einen Untermieter aufnimmt

Wohnraum ist in Großstädten knapp und teuer. Wer in guter Lage gemietet hat, möchte seine Wohnung meist nicht wieder aufgeben, auch wenn sich die Lebensumstände geändert haben. Eine Untervermietung kann die Rettung sein - liegen wirtschaftliche Gründe vor, kann der Eigentümer dies nicht verweigern.

Von Margret Bielenberg

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Altbau-Häuser in der Wittgensteinstraße in Köln Lindenthal.  (imago / Hardt)
Wer seine Wohnung bei einem Auslandsaufenthalt nicht aufgeben möchte, hat das Recht, nach Absprache mit dem Eigentümer unterzuvermieten. (imago / Hardt)
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Christian Mendt wohnt im eigenen Haus. Vorübergehend musste er woanders eine Wohnung anmieten. Über Bekannte hat er sie schnell gefunden: Gute Lage, schöne Wohnung - zu groß! Ein Zimmer wollte er deshalb gerne untervermieten. 

"Also bevor ich den Mietvertrag unterschrieben hab, hab ich nachgeschaut und mir zusichern lassen vom Vermieter, dass ich das darf. Weil das war für mich die Voraussetzung, weil für mich allein wäre die Wohnung sonst zu teuer gewesen."

Untervermietung bei Auslandsaufenthalt oder Trennung

Ganz wichtig ist, dass der Vermieter vorab informiert wird. Am besten: man lässt sich die Erlaubnis unterzuvermieten schriftlich geben. Hat der Mieter ein berechtigtes Interesse daran, einen Untermieter in seiner bereits gemieteten Wohnung aufzunehmen, so kann der Eigentümer der Wohnung sich nicht dagegen wehren. Berechtigtes Interesse wären beispielsweise wirtschaftliche Gründe, sagt Marielle Eifler vom Mieterverein zu Hamburg. Der Partner ist zum Beispiel nach einer Trennung ausgezogen und die Wohnung ist allein zu teuer.

"Oder man möchte für ein paar Monate ins Ausland gehen oder man möchte beruflich nach Süddeutschland gehen. Es gibt verschiedene Gründe. Wichtig ist eben, dass man allenfalls einen Anspruch darauf hat, einen Teil der Wohnung unter zu vermieten. Man hat keinen Anspruch darauf, dass die gesamte Wohnung untervermietet wird."

Grundsätzlich das Gespräch mit dem Vermieter suchen

Wer beruflich ein paar Jahre im Ausland plant und seine Wohnung untervermieten möchte, sollte grundsätzlich das Gespräch mit dem Vermieter suchen und erklären aus welchem Grund man wann und wie lange nicht da ist, sagt Marielle Eifler. Eine Untervermietung ist unter bestimmten Umständen auch in so einem Fall möglich.

"Man muss nicht seinen Lebensmittelpunkt in dieser Zeit in der Wohnung haben. Es geht halt darum, dass man mindestens ein Zimmer behält, wo man Möbel unterstellt, wo man von Zeit zu Zeit mal wieder reingeht und auf jeden Fall auch einen Rückkehrwillen hat. Das ist schon durchaus möglich."

Eigentümer hat Recht, mehr als den Namen zu erfahren

Der Eigentümer muss den Untermieter nicht kennen lernen. Allerdings hat er das Recht, den Namen zu erfahren, das Geburtsdatum, die bisherige Anschrift und den Beruf. Mieter und Untermieter sollten einen Untermietvertrag machen. 

"Für mich war das Wichtigste, dass ich den befriste, damit ich, falls es doch Schwierigkeiten gibt, man wohnt ja schließlich zusammen, den Untermieter dann auch wieder loswerde."

Untermietverträge zeitlich begrenzen

Eine zeitliche Begrenzung ist durchaus üblich und sinnvoll, sagt Marielle Eifler. Funktioniert das Zusammenleben, lässt sich das Mietverhältnis problemlos verlängern. Untermietverträge gibt es zum Beispiel auf der Homepage des deutschen Mieterbundes oder beim Grundeigentümerverein. Klappt das Zusammenleben nicht, dann kann der Mieter seinem Untermieter mit einer Frist von sechs Monaten kündigen.


"Aber der Hauptmieter muss keinen Kündigungsgrund nennen. Wenn man nur ein möbliertes Zimmer innerhalb der Wohnung anmietet des Hauptmieters, wo der auch wohnt, dann ist es sogar ganz kurz, dann gilt für beide Parteien, dass bis zum 15. eines Monats die Kündigung erklärt werden muss, zum Ende des selben Monats."

Anders sieht es bei einer gelegentlichen Vermietung eines Teils der Wohnung an Touristen aus. Hierfür brauchen Mieter nicht nur eine behördliche Genehmigung, sondern auch das Einverständnis des Eigentümers.

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