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StartseiteVerbrauchertippEntspannen, aber richtig! 12.07.2018

UrlaubEntspannen, aber richtig!

Sommer, Sonne, Strand - für zwei Drittel aller Urlauber sehen so die idealen Randbedingungen für die Ferien aus. Doch welche Art Ferien bringt am meisten Erholung? Und was kann man tun, wenn nicht alles nach Plan läuft? Darüber machen sich auch Wissenschaftler Gedanken.

Von Ursula Reinsch

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Kinder spielen am Strand im Sonnenuntergang mit einem Ball. (imago/stock&people/Westend61)
Beim Urlaub mit Kindern sollte man auch mal etwas für sich machen rät Erholungsforscherin Carmen Binnewies (imago/stock&people/Westend61)
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Hartnäckig hält sich ein Vorurteil: Nur ein langer Urlaub sei ein erholsamer Urlaub. Professor Carmen Binnewies, Professorin für Arbeitspsychologie an der Uni Münster und Erholungsforscherin: "Natürlich freuen wir uns, wenn wir länger Urlaub haben, zum Beispiel drei Wochen Urlaub, statt nur einer Woche Urlaub. Aber in der Erholungsforschung hat sich gezeigt, dass auch schon kürzere Urlaube erholsam sind."

Mehrere kurze Urlaube im Jahr können tatsächlich sogar mehr Entspannung bringen als ein langer – zumindest, wenn man nicht jedes Mal eine Fernreisen mit größerer Zeitumstellung macht.

Urlaubs-Glückskurve

Und: Nach zwei bis drei Tagen seien wir sehr gut drauf, sagt eine Urlaubs-Glückskurve. Zum Ferienende hin verfliege das Hoch wieder - egal wie lange man verreist war. Denn das Urlaubshochgefühl ist vor allem davon abhängig, wie man seinen Urlaub erlebt. Urlaubsglückspilz Samuel B.: "Ich hab Urlaube erlebt, großartige, mit griechischen Kreistänzen, oder Urlaub mit argentinischen Tango, Urlaub am Meer: Sonne, Sandstrand, Schwimmen, Schnorcheln. Ich erwarte mir von meinem Urlaub in erster Linie Ruhe, Ausspannen, Genießen und Zeit für Dinge, die sonst in meinem Alltag zu wenig Platz finden."

Äußere Störfaktoren kleinhalten

Tatsächlich entspannt genau das: Dinge tun, zu denen man sonst nicht kommt. Wozu übrigens durchaus auch Faulenzen zählt; bessere Entspannungsgaranten sind allerdings moderate Aktivitäten. Die sogenannten "externen Faktoren" im Urlaub, wie das Hotel oder Essen, seien nur zu zehn Prozent für unser Befinden zuständig, sagen Forscher. Deutlich wichtiger ist die Frage, wie wir selbst mit äußeren Störfaktoren umgehen. Expertin Binnewies rät, solche äußerlichen Dinge weniger wichtig zu nehmen. Dann könne man im Inneren leichter entspannen. Und etwas Gutes kann man im Urlaub immer finden.

"Wenn es im Urlaub mal nicht so läuft, wie man sich das vorgestellt hat, dann ist es auf der einen Seite natürlich ratsam zu schauen, kann ich was dagegen tun? Auf der anderen Seite ist es, glaube ich wichtig, dass man auch nicht zu hohe Erwartungen natürlich hat – jetzt - es muss der perfekte Urlaub sein. Sondern wichtig ist, dass man einfach zufrieden ist, mit dem, was man hat, und dass man eine schöne Zeit für sich hat."

Entspannungskiller Erwartungshaltung

Das fängt schon mit der Urlaubsplanung an. Nicht zu lange nach dem allerschönsten Urlaubsort suchen. Denn das schraubt die Erwartungen hoch. Und die gelten als Entspannungskiller. Expertentipp: "nicht suchen, sondern buchen." Und auch das kann helfen: "Natürlich, wenn man mit anderen in Urlaub fährt, gerade vielleicht auch mit Kindern, die andere Interessen haben. Da ist es wirklich wichtig, dass man schaut, dass am Ende für jeden was dabei ist. Vielleicht kann man auch mal getrennte Wege gehen. Natürlich nicht an jedem Tag, aber an ein oder zwei Tagen. Die Kinder gehen ins Spaßbad und die Eltern machen was, was ihnen gut gefällt."

Das entscheidende Stichwort ist hier Selbstbestimmung Und die zählt zu den wichtigsten Entspannungsfaktoren. Außerdem: Störenfriede wie Smartphone und Co. möglichst zu Hause lassen oder höchstens einmal am Tag nutzen. Denn sogar private Nutzung stört die Entspannung.

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