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StartseiteVerbrauchertippStress am Zoll vermeiden18.07.2018

UrlaubsmitbringselStress am Zoll vermeiden

Schmuck, Dekoartikel, Zigaretten: Souvenirs sind ein beliebtes Urlaubsmitbringsel. Doch nicht alles, was man im Urlaub einfach so kaufen kann, darf man auch mit nach Deutschland bringen. Für Einfuhren in die EU kennt der Zoll klare Regeln. Daher gilt: Vorab informieren und im Zweifel lieber nicht kaufen.

Von Angelika Gördes-Giesen

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Buddha Figuren als Souvenir an einem Verkaufsstand in Chiang Mai, Thailand, aufgenommen am 28.02.2005. (Andreas Lander / dpa-Zentralbild)
Buddha Figuren als Souvenir an einem Verkaufsstand in Chiang Mai, Thailand. (Andreas Lander / dpa-Zentralbild)
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Egal auf welchem Flughafen: Der Zoll schaut genau hin. Kai Rademacher und sein Team am Flughafen Münster Osnabrück kontrollieren gerade jetzt in der Ferienzeit genau:

"Jeder der Kollegen hat da sein eigenes Raster."

Wer wann kontrolliert wird. Die Zöllner sind immer wieder erstaunt, was sie so alles im Urlaubsgepäck finden, besonders wenn Urlauber aus nicht EU-Ländern zurückkommen. Ein getrockneter Affenkopf ist die Ausnahme, Elfenbein aber nicht, erklärt Kai Rademacher:

"Da ist der Klassiker zum Beispiel ein Flaschenöffner aus Elfenbein. Das ist eine Sache, die verboten ist."

Im Washingtoner Artenschutz-Abkommen sind rund 5.600 Tier- und 30.000 Pflanzenarten geschützt, ebenso wie daraus hergestellte Erzeugnisse. Ihre Ausfuhr ist verboten, betont Kai Rademacher. 

"Was auch gerne genommen wird, ist aus Elefanten-Haar; das müssen Sie sich vorstellen wie Blumendraht. Das wird gerne mitgenommen als Armreif oder Ähnliches, aber auch dort gibt es keine Toleranz."

Auf Internetseiten der Zollämter vorab informieren

Innerhalb der EU herrscht freier Warenverkehr, aber es gibt Ausnahmen bei gefährdeten Tieren und daraus hergestellten Produkten. Halsketten aus Schildpatt von Meeresschildkröten gehören zum Beispiel dazu. Auf den Internetseiten der Zollämter, so Kai Rademacher, kann man sich genau über Einreise-Bestimmungen informieren, auch über die strengeren Einfuhrbestimmungen aus Drittländern wie zum Beispiel der Türkei:

Stoßzähne aus Elfenbein liegen auf einem Tisch. (dpa/ picture-alliance/ Paul Zinken)Urlauber sollten auf die Einfuhr von tierischen Produkten bei ihrer Rückkehr verzichten (dpa/ picture-alliance/ Paul Zinken)

 

"Alle Produkte, die von Reptilien, von Kaimanen, von Krokodilen, von Schlangen oder Ähnliches, bei denen kann man davon ausgehen, dass die durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt sind. Das sind dann auch Verstöße, die relativ hart geahndet werden. Aus dem Meer häufig Korallen, die sehr gerne mitgenommen werden, auch hier gibt es Unterschiede und Ausnahmen. Das kann man als Laie nicht erkennen, was okay ist und was nicht."

Und deshalb sollte man so etwas lieber gar nicht erst einkaufen. Alkohol und Zigaretten dürfen ins Feriengepäck. In der EU sind maximal zehn Liter Alkohol und 800 Zigaretten erlaubt, Rückkehrer aus Nicht-EU-Staaten dürfen deutlich weniger einkaufen. Zollfrei ist eine Flasche Whisky und:

"Wenn Sie aus einem Nicht-EU-Land kommen, dann haben Sie 200 Stück Zigaretten steuerfrei."

Bargeld ist kein Problem. Innerhalb der EU sowie bei der Rückkehr aus Drittländern ist Bargeld im Gesamtwert bis 9.999 Euro erlaubt.  Bei Waren liegt die Grenze bei der Rückkehr aus Nicht-EU-Staaten allerdings deutlich niedriger, nämlich bei 430 Euro.

"Kommen Sie aus der Schweiz mit einer Rolex, dann würde die versteuert werden, wenn Sie über 430 Euro liegt."

Vorsicht bei der Einfuhr von Lebensmitteln

Bei Lebensmitteln aus Drittländern sammelt Kai Rademacher fast alles ein, von chinesischen Eiern bis zum Ziegenkäse aus der Türkei:

"Kirschen sind kein Problem, bei Fleisch kann man sagen: alles."

Angesichts der drohenden Gefahr der Afrikanischen Schweinepest, die in Osteuropa grassiert, sollte man auch innerhalb der EU beim Fleisch- und Wursteinkauf auf Nummer sicher gehen und besondere Hygienemaßnahmen einhalten.

Robert Habeck startete noch vor seinem Amtswechsel aus dem Kieler Landwirtschafts-Ministerium in den Bundesvorstand der Grünen, eine Infokampagne für den Einkauf und die Warnungen, nichts achtlos wegzuwerfen:

"Also jemand bringt Jagdtrophäen oder Lebensmittelprodukte mit. Wir können nur appellieren, dass Menschen keine tierischen Produkte kaufen und die dann mitbringen."

Gefahr der Einschleppung von Schädlingen

Auch bei Pflanzen steigt durch den Reiseverkehr das Risiko der Einschleppung von Schädlingen. Helmut Selders, Präsident des Bundes Deutscher Baumschulen, rät daher ab, Oleander oder Olivenbäumchen aus Mittelmeerländern mitzubringen:

"Also es ist das Feuer-Bakterium, man kann es auch unglaublich schwer erkennen. Unser Wunsch wäre es natürlich, dass die Leute es eben nicht mitbringen, dass keine Schädlinge aus Südeuropa zu uns kommen."

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