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US-DemokratenDie Schatten von Philadelphia

Sie sehen das Innere des Wells Fargo Center in Philadelphia, Pennsylvania - hergerichtet für den Parteitag der Demokraten. (picture-alliance / dpa / Justin Lane)
Im Wells Fargo Center in Philadelphia, Pennsylvania, findet der Nominierungsparteitag der Demokraten statt. (picture-alliance / dpa / Justin Lane)

Die US-Demokraten halten ihren Nominierungsparteitag ab - eigentlich gedacht als schön choreographierte Show für Hillary Clinton. Doch der Hacker-Angriff auf das Mailsystem der Partei schießt quer: Jetzt ermittelt das FBI.

Man wolle "die Natur und das Ausmaß" des Cyberangriffs herausfinden, teilte die Bundespolizei mit. Das Wahlkampfteam von Hillary Clinton hat auch schon einen Schuldigen ausgemacht: Russland sei für den Angriff verantwortlich und wolle zugunsten von Clintons Rivalen Donald Trump Einfluss auf den Wahlkampf nehmen.

Der Hintergrund des Ganzen ist gelinde gesagt pikant: Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte am Wochenende 20.000 Mails aus der Zeit von Januar 2015 bis Mai 2016. Sie könnten von einem Hackerangriff stammen, den die Parteivorsitzende Debbie Wasserman Schultz bereits im Juni eingeräumt hatte.

Aus den Mails soll hervorgehen, dass die Parteiführung sich im Vorwahlkampf nicht neutral verhalten hat. Vielmehr soll sie Clinton gegenüber ihrem Konkurrenten Bernie Sanders bevorzugt haben. Deswegen hat die Debbie Wasserman Schultz (als US-Parteivorsitzende wäre sie in Deutschland am ehesten zu vergleichen mit einer Generalsekretärin) ihren Rücktritt angekündigt. Sie will auch nicht mehr den Vorsitz des Nominierungsparteitags übernehmen.

Sanders lobte diesen Schritt, den er im übrigen auch selbst gefordert hatte. Er sagte, das eröffne die Möglichkeit, dass die Geschicke der Partei künftig von Menschen geleitet würden, die den Arbeitern im Land näher stünden. Nun komme es darauf an, Clintons Rivalen bei den Republikanern - den, wie er es nannte, "Rüpel und Demagogen" Donald Trump - als nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten zu verhindern.

Auf dem Parteitag der Demokraten werden knapp 50.000 Teilnehmer erwartet, darunter 5.000 Delegierte.

(jcs/has)

 

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