Montag, 17.02.2020
 
Seit 23:00 Uhr Nachrichten
StartseiteInformationen am MorgenSanders gewinnt Vorwahl in New Hampshire12.02.2020

US-Präsidentschaftswahl 2020Sanders gewinnt Vorwahl in New Hampshire

Der Sieger der Demokraten bei den US-Vorwahlen im Bundesstaat New Hampshire heißt Bernie Sanders. Nach Auszählung fast aller Stimmen liegt er bei den Demokraten mit 26 Prozent in Führung. Vize-Präsident Joe Biden hingegen erlitt einen weiteren Rückschlag im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur.

Von Thilo Kößler

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Bernie Sanders hält eine Rede an der Universität in in Manchester, New Hampshire. (www.imago-images.de)
Bernie Sanders ist nach seinem Sieg in New Hampshire der Favorit für die Kandidatur der Demonkraten (www.imago-images.de)
Mehr zum Thema

Ergebnisverzögerung bei US-Vorwahlen Verlorene Chance in Iowa

Vorwahlen in Iowa Die erste Richtungsentscheidung im US-Wahlkampf

US-Präsidentschaftswahl 2020 Diese US-Demokraten könnten Trump herausfordern

Mit seinem Sieg in New Hampshire hat sich Bernie Sanders in diesem Wettkampf um die Nominierung ganz nach vorne geschoben und reklamiert jetzt die Favoritenrolle in diesem Nominierungsrennen insgesamt für sich. Sein Sieg in New Hampshire sei der Anfang vom Ende Donald Trumps, rief er seinen Anhänger zu.

Bernie Sanders entschied in New Hampshire das Duell mit Pete Buttigieg knapp für sich, der aus dem Auszählungschaos von Iowa vor einer Woche noch als Sieger hervorgegangen war. Er fügte dem ursprünglichen Favoriten, Joe Biden, eine weitere schmerzhafte Niederlage zu. Buttigieg versprach seinen Anhängern am Abend, weiterzukämpfen – und doch dürfe man sich nicht auseinanderdividieren lassen: Am Ende gelte, dass alle Demokraten demokratisch wählen müssten, egal welcher Bewerber als Sieger aus den Vorwahlen hervorgehe

Senatorin aus Minnesota sieht sich im Aufwind

Buttigieg wird sich jetzt mit Amy Klobuchar auseinandersetzen müssen, der Senatorin aus Minnesota, die sich nach New Hampshire plötzlich im Aufwind sieht: Klobuchar landete überraschend auf Platz drei und stellte sich ihren Wählern am Abend selbstbewusst als diejenige Bewerberin vor, die das Nominierungsrennen für sich entscheiden und Donald Trump schlagen werde.

Klobuchar grenzte sich in den letzten Tagen scharf von dem dezidiert linken Kurs von Bernie Sanders ab und distanzierte sich gleichzeitig von Pete Buttigieg, den sie zu einem unerfahrenen und deshalb chancenlosen Newcomer erklärte. Der Alptraum für Donald Trump sei eine Kandidatin wie sie, die der gesellschaftlichen Mitte eine Stimme gebe.

Debatte der US-Demokraten im Januar 2020. Auf dem Bild die bislang aussichtsreichsten Kandidaten: Senatorin Elizabeth Warren, der ehemalige Vizepräsident Joe Biden sowie Senator Bernie Sanders. (picture alliance / AP Photo / Patrick Semansky)Debatte der US-Demokraten im Januar 2020. Auf dem Bild die bislang aussichtsreichsten Kandidaten: Senatorin Elizabeth Warren, der ehemalige Vizepräsident Joe Biden sowie Senator Bernie Sanders. (picture alliance / AP Photo / Patrick Semansky) US-Präsidentschaftswahl 2020 - Diese US-Demokraten könnten Trump herausfordern 
Wer tritt im November 2020 gegen US-Präsident Donald Trump an? Noch ist das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der oppositionellen US-Demokraten offen. Das Feld der Bewerber und Bewerberinnen ist vielfältig wie nie zuvor. Ein Überblick über die aussichtsreichsten Kandidaten.

Die Aufholjagd von Senatorin Amy Klobuchar ging eindeutig zu Lasten von Pete Buttigieg – angesichts der insgesamt schwachen Vorstellung des ursprünglichen Favoriten Joe Biden wechselten offenbar viele seiner Anhänger nicht zu dem bekennenden Homosexuellen Pete Buttigieg, sondern zu seiner innerparteilichen Herausforderin Amy Klobuchar. Angesichts dieses Konflikts zwischen den Parteiflügeln und innerhalb des moderaten Lagers warnte Elizabeth Warren bereits vor einer Spaltung der Partei – ein offener Streit um den Führungsanspruch könnte zu einem gefährlichen Zimmerbrand im demokratischen Haus führen, sagte die Senatorin, die nur auf Platz vier gelandet war.

Doch nicht nur Buttigieg, sondern auch Bernie Sanders beschwor die Einheit der Partei – es gelte, den gefährlichsten Präsidenten der jüngeren amerikanischen Geschichte zu schlagen, sagte er.

Das Bewerberfeld lichtet sich

Unterdessen hat das erste solide Ergebnis dieser demokratischen Vorwahlen dazu geführt, dass sich das Feld lichtet: Andrew Yang erklärte noch am Abend das Ende seiner Kampagne, gefolgt von Senator Michael Bennet. Angesichts seines schwachen Abschneidens und ausbleibender Spendengelder wird sich auch Joe Biden überlegen müssen, ob er seine Kampagne nach Nevada und South Carolina noch fortsetzen kann.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk