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StartseiteInformationen am Morgen"Da ist viel übertriebenes Geplapper dabei"19.04.2017

USA und Nordkorea"Da ist viel übertriebenes Geplapper dabei"

Der Ton zwischen Nordkorea und den USA war in den letzten Wochen scharf geworden. Nun wurde bekannt, dass ein US-Flugzeugträger nicht wie behauptet in koreanischen Gewässern unterwegs ist. Also viel Aufregung um nichts? Ja, meint Südostasien-Korrespondent Jürgen Hanefeld. Die Lage sei nicht so gefährlich, wie Amerikaner und Nordkoreaner es darstellten, sagte er im DLF. Keiner der Beteiligten wolle Krieg.

Jürgen Hanefeld im Gespräch mit Christine Heuer

US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un (ED JONES / BRENDAN SMIALOWSKI/ AFP)
US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un (ED JONES / BRENDAN SMIALOWSKI/ AFP)
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"In Wahrheit wird nicht viel passieren", meint Hanefeld. Das nordkoreanische Regime wisse, dass es provozieren könne, aber nicht zuschlagen. Die Amerikaner wiederum wüssten bei einem Krieg gar nicht, was danach kommen sollte.

"Man merkt, dass vieles nicht klappt", sagte Hanefeld mit Blick auf den gescheiterten nordkoreanischen Raketentest und den US-Flugzeugträger, der angeblich in koreanische Gewässer unterwegs gewesen sein soll und sich nun offenbar verirrte. "So eine Blitzaktion ohne jede Vorbereitung kann schief gehen - und dann lacht die ganze Welt."

Kim Jong-un sei ein 33-jähriger Diktator, der im Falle eines Sturzes nirgendwo auf der Welt Asyl bekommen würde. "Der ist jung und will noch länger in seinem Land leben." Er würde also nur angreifen, wenn er angegriffen würde. "Es ist nicht so, dass Nordkorea mir nichts, dir nichts die USA überfallen würde. Kim Jong-un will sich schützen und dazu die Atomwaffe weiterentwickeln - und das bringt Trump auf die Palme."

"Es wird nur gefährlich, wenn einer durchdreht"

Die einzige Lösungsvorschlag komme von China: Die Waffen in Ruhe zu lassen. China habe zudem die Macht, das gesamte nordkoreanische Regime mit einem Federstrich abzusetzen, da das Land 90 Prozent seiner Energie aus China beziehe, so Hanefeld. Allerdings habe auch China ein Interesse daran, Nordkorea als Puffer zu Südkorea zu erhalten.

Das Säbelrasseln könne nur dann gefährlich werden, wenn einer durchdreht und den Knopf drückt -  "und das kann beiden passieren". Die Chinesen täten das einzig Richtige, indem sie versuchten, "Luft raus zu nehmen". Wenn die Debatte sich beruhige, gebe es auch wieder Chancen für Gespräche, so Hanefeld.

Das gesamte Gespräch mit Jürgen Hanefeld können sie sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.

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