Donnerstag, 21.03.2019
 
StartseiteSprechstundeMit Lasertherapie gegen Krampfadern05.03.2019

VenenleidenMit Lasertherapie gegen Krampfadern

Krampfadern lassen sich mittlerweile mit vergleichsweise schonenden Therapien behandeln: Wurden die knotig-erweiterten Venen früher operativ "gezogen", nutzen Gefäßmediziner heute Verfahren, die komplett ohne Schnitte auskommen.

Von Mirko Smiljanic

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Eine Frau mit Wadenkrämpfen hält sich die Waden.  (imago  /Peter Widmann)
Eine Lasertherapie gegen Krampfadern ist eine schmerzfreie Alternative zum üblichen Krampfadern-Ziehen (imago /Peter Widmann)

Wirklich glücklich sieht die 51-jährige Kölnerin an diesem Vormittag nicht aus, was jeder mit einem Blick auf ihre Beine durchaus nachvollziehen kann.

"Ich hab so ein bisschen geschwollene Beine manchmal, dann tun die auch so ein bisschen weh, insbesondere im Sommer, wenn es etwas wärmer draußen ist, dann ist das besonders schlimm. Aber das stört mich noch nicht mal so schlimm, was mich stört, ist überwiegend im Moment die Optik, die kleinen feinen Äderchen, die immer mehr werden, und die würde ich mir gerne entfernen lassen."

Wie unregelmäßige Netze überziehen Besenreiser – so heißen die dünnen bläulichen Linien - ihrer Beine.

"Oberschenkel, Unterschenkel, überall habe ich welche, werden irgendwie immer mehr."

Besenreiser sind häufig Vorboten von Krampfadern

Also hat sie sich vom Kölner Gefäßchirurgen Doktor Ingo Neßeler gründlich untersuchen lassen. Und der stellt fest, was er in vergleichbaren Fällen häufig findet: Besenreiser mögen ein Problem sein, ebenfalls problematisch sind aber die etwas tiefer liegenden Krampfadern. Und das hat Folgen für die Behandlung.

"Man kann natürlich jetzt hingehen und diese Besenreiser, also den für Sie optischen Makel beseitigen, da wäre aber nur die Spitze des Eisbergs behandelt. Hier ist es tatsächlich so, dass sinnvollerweise auch die darunter liegenden Venen, auch die Oberflächenvenen, diese Krampfadervenen, mit behandelt werden müssten."

Und zwar mit einem für Patienten schonenden Laserverfahren. Dafür legt der Gefäßchirurg zunächst eine Kanüle in die Vene.

"Über diese Kanüle kann dann, was ich Ihnen hier mal zeige, so ein dünner Katheter, ein Laserkatheter, in die Vene eingeführt werden. Den positioniert man dann tatsächlich an der Mündungsstelle, das macht man mit dem Ultraschall, also da, wo auch mit der Operationsmethode die Schnitte erfolgen würden."

Im nächsten Schritt setzt Ingo Neßeler eine örtliche Betäubung.

Laserstrahlen verschweißen Krampfadern

"Das ist das, was für den Patienten so ein bisschen unangenehm ist, weil da diverse Piekser erforderlich sind. Das Medikament, was man zur örtlichen Betäubung nutzt, das brennt ein wenig, das drückt ein wenig, insgesamt ist das aber gut auszuhalten."

"Es brennt ein bisschen, aber ansonsten habe ich keine großartigen Schmerzen da."

Sobald die örtliche Betäubung wirkt, beginnt die eigentliche Behandlung der Krampfader.

"Sie sehen hier auf dem Ultraschallbild, wie der Laserkatheter in der Vene seine Arbeit dann tut, der verschweißt quasi die Vene von innen, und jetzt, wo die Betäubung wirkt, für die Patientin vollkommen schmerzfrei."

Nach der Laserbehandlung werden die Besenreiser zwar nach und nach verblassen, aber nicht komplett verschwinden. Um das zu erreichen, spritzt der Gefäßchirurg zusätzlich Verödungsmittel in die feinen Äderchen der Besenreiser.

Die Therapie, das ist schon jetzt absehbar, ist ein Erfolg, für die Patientin ist der nächste Urlaub gerettet.

"Ja, definitiv. Der Sommerurlaub ist gebucht, ein Flug nach Mallorca, schön in der Sonne liegen, mit schönen Beinen."

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