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StartseiteVerbrauchertippDeponieren oder informieren 09.04.2019

Verbotenes im Handgepäck Deponieren oder informieren

Größere Mengen Flüssigkeiten oder spitze Gegenstände gehören nicht ins Handgepäck, wenn man ins Flugzeug steigt. Doch was, wenn bei der Kontrolle ein Alltagsgegenstand wie eine Nagelschere gefunden wird? Deponieren ist eine Möglichkeit. Um Gebühren zu vermeiden, sollte man sich vorher informieren, was an Bord darf.

Von Brigitte Scholtes

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Personen bei der Handgepäckkontrolle am Frankfurter Flughafen am 3.07.2014. (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)
Gegenstände im Handgepäck, die nicht gegen das Waffen- oder Luftsicherheitsgesetz verstoßen, aber nicht erlaubt sind, kann man am Flughafen gegen Geld deponieren (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)
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"Ich fliege ganz wenig, heute mal nach langer Zeit mal wieder ein langer Flug. Ich hoffe, ich habe alles soweit sicher. Spitze Sachen habe ich nicht drin, aber der Gedanke kam mir. Ich habe mich nämlich umgeschaut und dann dachte ich: Was machst du denn dann?"

So wie dieser Frau am Frankfurter Flughafen geht es wohl einigen Passagieren, wenn ihr Handgepäck bei der Sicherheitskontrolle durchsucht wird. Nicht zulässige Gegenstände behalten die Kontrolleure ein. Aber sind sie dann unwiederbringlich verloren? Das sind sie nicht, versichert Katharina Kress, Sprecherin der Fraport Security Services:

"Sollte versehentlich mal ein Gegenstand im Handgepäck gelandet sein, der nicht mitgeführt werden darf und es handelt sich dabei um einen Alltagsgegenstand, das heißt, das ist kein Gegenstand, der zum Beispiel gegen das Waffen- oder Luftsicherheitsgesetz verstößt, dann hat der Passagier prinzipiell zwei Möglichkeiten: Wenn er den Artikel nicht benötigt, dann kann er zustimmen, dass dieser vernichtet wird, das wäre ein sogenannter Eigentumsverzicht. Oder ansonsten hat er die Möglichkeit, den betreffenden Artikel in der Gepäckaufbewahrung zu hinterlegen."

Deponierung von Gegenständen am Flughafen möglich    

Wenn es also nicht Waffen oder Gegenstände sind, die als Waffen eingesetzt werden könnten, Messer mit mehr als sechs Zentimeter Klinge etwa oder explosive oder entflammbare Stoffe, dann kann man diese eben am Flughafen deponieren, erklärt sie:

"Dafür wird der entsprechende Gegenstand von den Luftsicherheitsassistenten an der Kontrollspur in einen Beutel gepackt, verschlossen und dann in die Gepäckaufbewahrung gebracht. Und der Passagier erhält einen Abholzettel, mit dem er seinen Gegenstand nach der Reise dann dort wieder auslösen kann."

Die Zeiten und Gebühren für die Aufbewahrung regeln die Flughäfen unterschiedlich. Kathrin Stangl vom Flughafen München erklärt das Vorgehen dort:

"Wenn ein Passagier vor der Sicherheitskontrolle am Münchner Flughafen feststellt, dass er in seinem Handgepäck noch einen sicherheitsgefährdenden Gegenstand, also zum Beispiel eine Nagelschere oder ähnliches hat, dann kann er diesen bei uns im Service-Center einlagern. Das Einlagern kostet einmalig zehn Euro und der Gegenstand kann bis zu drei Monate dort aufbewahrt werden, bis eben der Reisende wieder von seinem Urlaub oder von seiner Geschäftsreise zurückkommt."

Beim Packen genau informieren

In Frankfurt etwa kostet das pauschal vier Euro für maximal sechs Wochen, wenn der Passagier ihn selbst abholt, sagt Katharina Kress von Fraport Security Services:

"In dieser Zeit kann er immer in der Gepäckaufbewahrung vorbeigehen und mit seinem Zettel dort seinen Artikel wieder auslösen. Ansonsten hat er auch die Möglichkeit, sich seinen Artikel per Post zuschicken zu lassen, dieser Service würde für ein normales Paket innerhalb von Deutschland 14,50 Euro kosten."

Diese Gebühren kann man vermeiden, indem man sich schon beim Packen genau informiert, was ins Handgepäck hineindarf und was nicht. Verbote gibt es übrigens auch für das aufgegebene Gepäck: So gehören Lithium-Ionen-Akkus in Handys und Laptops immer in die Tasche, die an Bord geht. Das gilt auch für E-Zigaretten. Katharina Kress rät grundsätzlich, sich auch bei den jeweiligen Fluggesellschaften über die Handgepäckbestimmungen zu informieren:

"Denn jede Fluggesellschaft hat ihre eigenen Richtlinien, die festlegen, wie viel Handgepäck Reisende mitnehmen dürfen, wie groß das Handgepäck sein darf und wie viel es maximal wiegen kann. Ganz generell gesagt gilt: Weniger ist mehr beim Handgepäck."

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