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StartseiteWirtschaft und GesellschaftTeure Nahrungsmittel, billiger Sprit06.01.2014

VerbraucherpreiseTeure Nahrungsmittel, billiger Sprit

Die Verbraucherpreise legten 2013 in Deutschland um 1,5 Prozent zu. Vor allem Nahrungsmittel waren deutlich teurer als im Vorjahr, Kraftstoffe und Heizöl dagegen billiger.

Von Brigitte Scholtes

Weiterführende Information

Die Geldpolitik der EZB im Jahr 2013 (Deutschlandfunk, Wirtschaft am Mittag, 30.12.2013)

Geldsegen auf dem Acker (Deutschlandfunk, Wirtschaft und Gesellschaft, 04.12.2013)

Die Preise sind im vergangenen Jahr um voraussichtlich insgesamt 1,5 Prozent gestiegen, das ist der niedrigste Stand seit dem Jahr 2010. Im Dezember kletterten sie um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr - und um 0,4 Prozent gegenüber dem November. Das sei nicht sonderlich viel, meint David Milleker, Chefvolkswirt der genossenschaftlichen Union Investment:

"Die meisten Preise sind relativ stabil, es gibt im Augenblick auch aus dem internationalen Umfeld kaum etwas, was stark preissteigernd wirkt. Beispielsweise Ölpreise waren eigentlich das ganze Jahr über ein 'Nichtthema'."

Vor allem Nahrungsmittel waren im Dezember mit plus 3,8 Prozent plus deutlich teurer als vor einem Jahr. Auch Dienstleistungen zogen an, ebenfalls Energiepreise um 1,1 Prozent. Das aber wird wohl für das Gesamtjahr eine Ausnahme gewesen sein, denn in den Monaten zuvor waren die Preise für Öl und Benzin gefallen. Das dürfte auch in den kommenden Monaten so bleiben, meint Milleker, will vor allem die USA nicht mehr nur größter Ölverbraucher, sondern inzwischen auch größter Ölproduzent sei:

"Das führt einfach dazu, dass der Markt große Preissprünge bei solchen Gütern nicht hergibt. Die Lohnabschlüsse sind zwar ein bisschen besser geworden, aber wirken auch nicht preissteigernd. Unsere internationales Umfeld, wenn wir beispielsweise jetzt mal an den Euroraum denken, die meisten Peripheriestaaten produzieren überhaupt keine Inflation mehr oder haben sogar sehr stark fallende Verbraucherpreise. Das wirkt sich dann beispielsweise auf die Preise von importierten Waren hier in Deutschland aus. Und das wirkt alles sehr stark preisdämpfend. Das heißt wesentlich mehr als ein, anderthalb Prozent Inflation im laufenden Jahr wird es dann auch nicht geben."

Und dennoch haben die deutschen Verbraucher häufig ein anderes Gefühl, auch wegen der Kosten der Energiewende. Aber das sollte nicht täuschen, sagt Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-Bank:

"Man darf dabei nicht vergessen, dass die Preise für Telekommunikation, für Kleidung auch im abgelaufenen Jahr recht stark gesunken sind. Aber natürlich am meisten fühlt man Energiepreise. Man muss sich aber dadurch nicht verleiten lassen, wenn man das Gesamtbild anschaut. Und das Gesamtbild zeigt einfach eine Inflationsrate von 1,5 Prozent, und das ist wirklich auch im historischen Vergleich sehr wenig."

Vielmehr sorgen sich die Ökonomen um einen weiteren Preisverfall, der von den Peripherieländern der Eurozone ausgeht, denn dann müsste die Europäische Zentralbank handeln. Ihr Ziel ist ja, die Inflation unter, aber nahe zwei Prozent zu halten. Dieses Ziel verfehlt sie aber auch in Deutschland. An diesem Donnerstag bei ihrer ersten Ratssitzung im neuen Jahr wird sie wohl erst einmal stillhalten, vermutet David Milleker von Union Investment.

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