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StartseiteVerbrauchertippBeim Renteneintritt überflüssige Versicherungen kündigen06.11.2018

VerbrauchertippBeim Renteneintritt überflüssige Versicherungen kündigen

Bei persönlichen Veränderungen sollte man immer seine Versicherungen überprüfen, rät Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW. Das gelte erst recht für den Beginn der Ruhestandes. Viele Policen werden dann überflüssig, bei anderen besteht Einsparpotenzial – unter anderem mit legalen Tricks.

Von Klaus Deuse

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Wer beim Renteneintritt seine Versicherungen durchforstet, kann Geld sparen (blickwinkel)
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Nach 43 Berufsjahren betrachtet Andrea Richter ihre neue Lebenssituation so wie viele andere Ruheständler auch: "Einerseits freut man sich natürlich darüber Rentner zu werden, die Arbeit loszuwerden. Aber andererseits ist das große Problem da: Im Portemonnaie wird es enger. Und da habe ich die Idee gehabt, schau doch mal in deine Versicherungsunterlagen. Vielleicht lässt sich da auch etwas machen."

Krankentagegeldversicherung kündigen

Eine Überlegung, die sich nach den Worten von Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW auszahlen kann. "Gerade Leute, die eine persönliche Veränderung durchmachen, sollten ihre Versicherungen überprüfen. Und dazu gehört natürlich auch der Beginn des Ruhestandes." Verzichten kann man zum Beispiel auf Versicherungen, die nur während der Berufsausübung Leistungen zahlen.

"Das, was man kündigen muss, ist auf jeden Fall die Krankentagegeldversicherung, die man über den privaten Krankenversicherer versichert hat." Rentner erhalten daraus nämlich ohnehin grundsätzlich keine Zahlung mehr. Die Versicherer streichen die Beiträge aber trotzdem gerne weiter ein. Mit der Kündigung spart man pro Jahr je nach Vertrag einige hundert Euro.

Berufsunfähigkeit und –haftpflichtversicherung überprüfen

Genauer hinzuschauen, lohnt sich auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn diese ist häufig an einen Lebensversicherungsvertrag gekoppelt: "Wenn die Lebensversicherung dann vielleicht noch vier, fünf Jahre laufen wird, dann kann man zumindest den Teil der Berufsunfähigkeit raus kündigen und den Rest durchaus auch noch weiter führen."

Auch das spart Geld. Und wer im Ruhestand tatsächlich überhaupt nicht mehr arbeitet, benötigt auch definitiv keine Berufshaftpflicht mehr. Aber auch wer nur ab und zu einer Nebentätigkeit nachgeht, benötigt, so Versicherungsexpertin Weidenbach, nicht mehr das komplette Paket: "Falls man auch noch mal ein paar Stunden in seinem Beruf während der Altersrentenzeit arbeiten gehen möchte, kann man auf jeden Fall diese Haftpflichtversicherung reduzieren. Das heißt, sie wird dann auch einiges preiswerter."

Einsparpotenzial bei Rechtschutz und Kfz-Haftpflicht

Auch eine laufende Rechtsschutzversicherung bietet Einsparpotenzial. Persönlich wichtige Bausteine wie den Rechtsschutz als Fußgänger oder Autofahrer sollte man behalten. "Aber ob man den allgemeinen, umfassenden Rechtsschutz überhaupt noch haben muss oder möchte, das sollte man sich wirklich überlegen." Allerdings muss man in jedem Fall selbst aktiv werden, sagt Elke Weidenbach: "Den Versicherer informieren über die neue Situation und den Versicherer auch informieren, dass man eben halt die Verträge entsprechend geändert haben möchte."

Im fortgeschrittenen Lebensalter wird allerdings auch manche Versicherung teurer. Auch wenn Rentner bei der Kfz-Haftpflicht mit einem Wenig-Fahrer-Rabatt rechnen können, steigen trotzdem ihre Beiträge. Denn so wie bei jungen Autofahrern besteht für Versicherungen auch bei älteren ein höheres Gefährdungspotenzial.

Mit Hilfe ihrer Kinder können Rentner dennoch sparen. Und zwar völlig legal: "Das heißt: die Kinder könnten die Fahrzeuge als Halter zulassen und man könnte sich als älterer Mensch dann eben halt auch als Mitfahrer eintragen lassen." Da man im Rentenalter mit weniger Geld auskommen muss, kann sich die Durchforstung des Versicherungsschutzes mit etlichen Euro im Monat rentieren.

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