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StartseiteVerbrauchertippMusikinstrumente richtig pflegen14.02.2019

VerbrauchertippMusikinstrumente richtig pflegen

Geige, Klarinette, Klavier und Co. wollen regelmäßig gepflegt werden. Das erhält nicht nur den schönen Klang, sondern spart auch bares Geld. Denn ein neues Instrument kostet mehr als die Pflege. Und für die sind meistens nur wenige Minuten notwendig.

Von Hilde Braun

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Eine Geige und der Bogen liegen auf Notenblättern. (imago/Photocase)
Nicht nur eine Stradivari sollte regelmäßig gepflegt werden - damit man lange Freude am Instrument hat (imago/Photocase)
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Naturdarm, Nylon oder Stahl: Material, Masse und Spannung bestimmen zuerst den Klang einer Gitarre. Doch auch wenn Gitarrensaiten am Hals des Instrumentes stramm gezogen werden können: Irgendwann klingen sie eher dumpf.

Regelmäßig Saiten wechseln

Dagegen hilft ein Tropfen Spezialöl in die Öffnung dafür am Gitarrenhals in die Mechanik. Spätestens nach einem Jahr sollten neue Saiten aufgezogen werden - wenn die Gitarre regelmäßig gespielt wird. Auch das Griffbrett sollte hin und wieder gereinigt und eingeölt werden. Erklärt Matthias Hinz, vom Kölner Musikhaus Tonger: "Ich mache die Saiten ab, dann werde ich die Gitarre reinigen, dann werde ich das Griffbrett einölen, dann werde ich die Saiten neu einspannen, einstimmen."

Bei Geige, Kontrabass, Cello, oder Bratsche gibt es keinen empfohlenen Zeitraum für neue Saiten, hier ist das Gehör des Musikers gefragt. Aber auch äußere Anzeichen können einen Saitenwechsel anzeigen, sagt Geschäftsführer Thomas Giehl: "Wenn die Korrosionserscheinungen zeigen. Das ist oftmals bei Stahlsaiten bei der E-Seite der Geige zum Beispiel, oder wenn sie nicht mehr brillant klingen, dann müssen sie gewechselt werden."

Auf die Lagerung kommt es an

Und der Bogen - der aus Pferdehaar besteht - muss regelmäßig mit Baumharz behandelt werden, damit überhaupt ein Ton entsteht: "Dieses Harz sammelt sich auch am Griff beziehungsweise unter dem Steg. Das muss regelmäßig gereinigt werden, sonst haben Sie einen dicken Belag drauf, der den Ton beeinflusst, bzw. den Ton dämpft bei der Violine." Saubere Musikerfinger tun allen Saiten gut.

Ganz wichtig ist die Lagerung der Instrumente: Weder am Fenster noch an der Heizung, auf keinen Fall draußen, denn Holz arbeitet. Sie dürfen weder zu trocken noch zu feucht aufbewahrt werden. Ein Luftbefeuchter kann beim richtigen Raumklima helfen. "Das Holz trocknet aus. Wenn die Luft trocken ist, können Risse entstehen. Wichtig ist eine gewisse Temperaturstabilität, damit das Holz nicht trocken wird und keine Risse bildet."

Spezielle Bürsten für Blasinstrumente

Bei Holzblasinstrumenten wie Flöten, Oboe oder Klarinette ist das Säubern nach dem Spiel mit speziellen Bürsten oder Tüchern das A und O, außerdem sollte das Korkstück im Hals des Instrumentes regelmäßig eingefettet werden. Wichtig hier: das Öl oder Vaseline – die dafür auch geeignet ist – darf nicht ans Instrument gelangen. Dann kurz trocknen lassen und anschließend in Instrumentenkoffer oder Stoffhülle verstauen.

Besonders wichtig ist das Säubern bei Blechblasinstrumenten wie Trompeten oder Posaunen. Thomas Giehl: "Die Instrumente verdrecken relativ schnell, es ist nicht nur das Kondenswasser, was sich bildet, was anhand dieser Wasserklappen rausgelassen wird, sondern alles was man so am Tag vorher gegessen hat, endet letztendlich in der Trompete." Zum schnellen Säubern gibt es speziell gebogene Bürsten. Die Ventile müssen häufig geölt, die Stimmzüge regelmäßig geschmiert werden.

Klaviere ein bis zwei Mal im Jahr stimmen

Auch ein Klavier bedarf der Pflege: Es sollte ein bis zweimal im Jahr gestimmt werden, denn seine Saiten und der Klangkörper aus Holz reagieren auf Kälte und Wärme. Das Stimmen übernimmt in der Regel ein Profi. Thomas Giehl: "Man drückt eine Seite und ein kleiner Hammer drückt die Klaviersaite an. Das Problem dabei ist, dass das Klavier temperaturempfindlich ist." Wer die Kosten für das Klavierstimmen vermeiden möchte, kann auf ein Digitalpiano ausweichen, muss dann aber Abstriche beim Klang machen – auch wenn die modernen elektrischen Varianten inzwischen vieles können.

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