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StartseiteVerbrauchertippBargeld einzahlen bei Direktbanken oft schwierig20.02.2020

Verbraucherzentrale NRWBargeld einzahlen bei Direktbanken oft schwierig

Die ersten Banken drohen schon mit Minuszinsen, Kontoführungsgebühren fallen auch noch an. Direktbanken sind günstiger. Allerdings fehlen Filialen, Ansprechpartner gibts nur am Telefon oder per Internet, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Und Geld einzuzahlen, kann schwierig sein.

Von Hilde Braun

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Illustration eines Mannes, der eine Schubkarre mit Geldsäcken vor sich herschiebt. (imago / Panthermedia)
Wer bei einer Direktbank Bargeld auf das eigene Konto einzahlen möchte, landet schnell in der Kostenfalle. So das Fazit einer Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW bei 13 Direktbanken. (imago / Panthermedia)
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Kostenloses oder günstiges Girokonto, gebührenfreier Zugang zu Geldautomaten. Damit werben die meisten Direktbanken. Wer aber Bargeld auf das eigene Konto einzahlen möchte, landet schnell in der Kostenfalle. Bis die realen Scheine auf dem virtuellen Konto verbucht sind, ist es ein langer, komplizierter und teurer Weg. Die Verbraucherzentrale hat in einer Stichprobe bei 13 Banken ausprobiert, wie es geht, 5.000 Euro in bar bei Direktbanken einzuzahlen. Georg Tryba ist dort Finanzexperte:

"Die einfachste Möglichkeit ist die Einzahlung über einen Geldautomaten, diese Möglichkeit boten allerdings nur drei der sechs Direktbanken und vor allem war das Ganze doch recht eingeschränkt." 

Dünnes Filialnetz

Deutschlandweit nur 31 Geldautomaten mit kostenloser Einzahlungsfunktion gibt  es beispielsweise bei der ING. Gebührenfrei angenommen wurden hier Beträge zwischen 1.000 und 25.000 Euro. Immerhin dürfen Kunden auch die Schalter der Reisebank benutzen, 90 an der Zahl: deutschlandweit. Das ist nicht nur für Dorfbewohner ein Problem.

"Noch ausgedünnter war das bei DKB und der VW Bank. Da waren das teilweise unter 20 Filialen die bundesweit verstreut waren. Real war das für die meisten Kunden schwierig oder unmöglich, dort das Geld einzuzahlen."

Nur Comdirekt-Kunden profitieren bei Geldübergabe

Kunden der VW-Bank sollten zur Geldübergabe am besten im Blaumann erscheinen. Die insgesamt zehn Filialen waren allesamt in den VW- oder Audi-Werken angesiedelt. Keine eigenen Standorte für die Einzahlung von Bargeld fanden sich bei Comdirect, Consorsbank und N26. Comdirect-Kunden profitieren allerdings von der Nähe zur Konzernmutter Commerzbank.

"Am günstigsten und bequemsten war es für Comdirect Kunden, die durften dreimal im Jahr kostenlos die Schalter der Commerzbank nutzen. Besonders heftig kann es für Onlinekunden mit großen Summen werden, die eben den Service Cash im Shop nutzen."

Supermärkte, Discounter und Drogerien als Schalter

Beispiel Consorsbank und N26. Hier werden Kunden mit vollem Portemonnaie zu Supermärkten, Discountern und Drogerien geschickt. "Cash im Shop" heißt das System, bei dem Rewe und Penny, dm und Rossmann sowie weitere Filialisten als Schalter fungieren. In bundesweit 12.000 Geschäften können derzeit zwischen 50 und 999,99 Euro aufs eigene Konto gebracht werden.

"Allerdings ist der Service recht teuer, das kostet 1,5 Prozent der Summe, die man einzahlt. Das heißt konkret, bei unseren 5.000 Euro waren das fast 75 Euro, fast, weil es gab einen kleinen Freibetrag von den ersten 100 Euro, die man einzahlt."

Fremdbanken lehnen meist Bargeldannahme ab

Der Cash-im-Shop-Weg ist auch für Kunden der DKB mit ihren wenigen 18 Automaten geöffnet. Wer allein bei der Consorsbank ein Girokonto führt, kann bei der Reisebank Geld einzahlen – allerdings nicht wie ING-Kunden zum Nulltarif, sondern für 7,50 Euro pro angefangene 5.000 Euro.

"Wir haben nach einer Alternative Ausschau gehalten und das ist die Einzahlung über eine Fremdbank gewesen. Wir haben uns dazu neun Institute angeschaut und dabei leider festgestellt, dass von den neun Instituten vier die Annahme verweigerten, darunter auch der Branchenprimus Deutsche Bank."

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