Montag, 27. Juni 2022

Flugstreichungen
Verdi-Vize Behle macht Personalabbau für Chaos an Flughäfen verantwortlich

Angesichts zahlreicher Flugstreichungen hat die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Behle den Personalabbau in der Branche kritisiert.

24.06.2022

Christine Behle, stellvertretenden Verdi-Vorsitzende während eines Warnstreiks im Öffentlichen Nahverkehr vor dem Betriebshof der Potsdamer Verkehrsbetriebe.
Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle (Archivfoto). (dpa/ZB/Soeren Stache)
Behle sagte im Deutschlandfunk, Fluggesellschaften und Flughäfen hätten die Corona-Pandemie genutzt, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abzubauen. Auch die Lufthansa habe den Abbau übertrieben, fügte Behle hinzu, die Mitglied des Aufsichtsrats der Fluglinie ist. Der jetzige Personalmangel in allen Bereichen der Luftfahrt sei nicht unvermeidbar gewesen.

Den Frust nicht an den Beschäftigten auslassen

Das Problem seien nicht nur fehlende Kräfte bei den Sicherheitskontrollen, betonte die Gewerkschafterin. Dass das Personal dort durch einen zweiten Dienstleister kurzfristig aufgestockt werden solle, könne nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Sie befürchte, dass sich das Chaos an den Flughäfen noch verstärken werde. Die Gewerkschaftsvertreterin appellierte an die Reisenden, ihren Frust nicht an den Beschäftigten auszulassen.
Die Lufthansa hatte gestern deutlich mehr als 2.000 weitere Flüge ab Frankfurt und München gestrichen, nachdem sie vor gut zwei Wochen bereits den Ausfall von 900 Verbindungen im Juli angekündigt hatte. Das Unternehmen begründet die Streichungen mit einem hohen Krankenstand durch Corona und Streiks der Flugsicherung.
Das ganze Interview mit der Verdi-Vizevorsitzenden können Sie hier nachlesen.
Diese Nachricht wurde am 24.06.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.