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Verschwundender JournalistZeitung: Türkei hat Aufnahmen, die Ermordung Khashoggis belegen

(dpa)
Der saudische Journalist Khashoggi /Archivbild) (dpa)

Die türkischen Behörden verfügen nach Informationen der "Washington Post" über Aufnahmen, die die Ermordung des vermissten saudischen Journalisten Khashoggi im Konsulat seines Landes belegen.

Es handele sich um Ton- und Videoaufnahmen, berichtet die US-Zeitung unter Berufung auf türkische und amerikanische Offizielle. Sie belegen demnach, dass Khashogggi erst verhört, dann gefoltert und schließlich getötet wurde. Anschließend soll die Leiche zerstückelt und beseitigt worden sein. Die türkische Seite scheue bislang jedoch eine Veröffentlichung der Aufnahmen, da dadurch offenbart werden könnte, wie Einrichtungen ausländischer Staaten in der Türkei ausspioniert würden.

Der in den USA im Exil lebende Khashoggi hatte als Kolumnist der Zeitung häufig das Herrscherhaus in Riad kritisiert. Anfang Oktober war er ins saudische Konsulat in Istanbul gegangen, um Papiere für die Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abzuholen. Seitdem ist er vermisst. Saudi-Arabien bestreitet jegliche Schuld. Das Land vereinbarte inzwischen eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit der Türkei zur Aufklärung. "Reporter ohne Grenzen" und zwei weitere Menschenrechtsorganisationen legten den Fall einem UNO-Gremium vor, das sich mit dem Verschwinden von Menschen befasst.