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StartseiteNachrichten vertieftStaatsanwalt: Russlanddeutsche war bei einem Freund29.01.2016

Vertuschungsvorwürfe aus MoskauStaatsanwalt: Russlanddeutsche war bei einem Freund

Der Fall um das vorübergehend vermisste deutsch-russische Mädchen scheint geklärt: Laut Staatsanwaltschaft hat sich die 13-Jährige in der fraglichen Nacht bei einem Freund aufgehalten. Sie hatte behauptet, von einer Gruppe "südländisch aussehender Männer" vergewaltigt worden zu sein. Der Fall hatte für politische Spannungen mit Russland gesorgt.

Hunderte Russlanddeutschen demonstrieren in Villingen-Schwenningen gegen Gewalt und für mehr Sicherheit in Deutschland.  (dpa / Marc Eich)
Von Moskau gesteuert? Hunderte Russlanddeutschen waren - wie hier in Villingen-Schwenningen - gegen Gewalt und für mehr Sicherheit in Deutschland auf die Straße gegangen. (dpa / Marc Eich)
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Das Mädchen war für 30 Stunden verschwunden gewesen und hatte danach von einer Entführung und Vergewaltigung erzählt. Die Geschichte stellte sich als erfunden heraus. Die Auswertung von Handy-Daten hat jetzt ergeben, dass sie sich bei einem Freund aufhielt.

Der Fall hatte weite Kreise gezogen: In mehreren deutschen Städten waren hunderte Russlanddeutsche auf die Straße gegangen, um gegen Flüchtlinge zu demonstrieren. Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte sich eingeschaltet: Er warf den deutschen Behörden vor, den Fall lange verheimlicht zu haben und Aufklärung verlangt. Heute kündigte das russische Außenministerium an, in der Angelegenheit ein Telefonat mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier führen zu wollen. 

Von russischer Propaganda ausgenutzt

Die Grünen-Politikerin Marieluise Beck sagte im Deutschlandfunk, Russland habe den Fall zu Propagandazwecken ausgeschlachtet, um eine Destabilisierung der Europäischen Union zu erreichen.

Der Journalist und Russland-Kenner Boris Reitschuster , um Angela Merkel in der Flüchtlingskrise in Bedrängnis zu bringen - und sie letztendlich aus dem Amt zu drängen. Denn Merkel sei die entscheidende Person im Westen, die für die Sanktionen gegen Russland sei. Es gebe konkrete Pläne, wie man die Situation in Deutschland weiter destabilisieren könne.

(cvo/fwa)

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