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Videoskandal in ÖsterreichVizekanzler Strache tritt zurück, auch als FPÖ-Chef

Regierungskrise in Österreich (APA/dpa)
Vizekanzler Strache in Österreich tritt zurück. (APA/dpa)

Der österreichische Vizekanzler und FPÖ-Vorsitzende Strache hat seinen Rücktritt bekanntgegeben.

Strache sagte in Wien, er habe den Schritt Bundeskanzler Kurz angeboten, und Kurz werde annehmen. Strache zieht sich auch als Vorsitzender der FPÖ zurück. Die Parteiangelegenheiten übernimmt nach seinen Worten erst einmal Vizechef Hofer.

Hintergrund des Rücktritts ist ein gestern bekannt gewordenes Video von 2017. In dem verdeckt aufgenommenen Film hat Strache der vermeintlichen Nichte eines russischen Oligarchen als Gegenleistung für Wahlkampfhilfe öffentliche Aufträge in Aussicht gestellt.

Strache bezeichnete den Vorgang als gezieltes politisches Attentat. Es habe sich um eine geheimdienstlich inszenierte Lockfalle gehandelt. Das Videomaterial sei rechtswidrig erstellt worden. Ziel sei es gewesen, die Regierungskoalition mit der ÖVP zu sprengen. Strache kündigte medien- und strafrechtliche Anzeigen in der Sache an.

Er räumte zugleich ein, dass er an dem Abend 2017 katastrophale und ausgesprochen peinliche Äußerungen von sich gegeben habe. Wörtlich sprach er von "typisch alkoholbedingtem Machogehabe". Sein Verhalten sei dumm, unverantwortlich und ein Fehler gewesen.

Zur Stunde ist unklar, wie es in Österreich weitergeht. Auch Bundeskanzler Kurz hat eine Erklärung angekündigt. Denkbar schien zuletzt zwar auch eine Fortsetzung der Koalition aus ÖVP und FPÖ. Es gibt aber auch Berichte über mögliche Neuwahlen.

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer sagte, das Video zeige, dass Rechtspopulisten - egal in welchem Land - bereit seien, das Interesse ihres Landes für ihr eigenes Wohlergehen zu verkaufen.

Diese Nachricht wurde am 18.05.2019 im Programm Deutschlandfunk gesendet.