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StartseiteVerbrauchertippWindows Defender - neuerdings zuverlässig12.09.2018

VirenschutzWindows Defender - neuerdings zuverlässig

Microsoft hat seinen lange belächelten Virenscanner Defender enorm verbessert, so das Urteil von Experten für IT-Sicherheit. Für Windows-Nutzer stellt sich nun ernsthaft die Frage, ob sie überhaupt noch ein externes Anti-Viren-Programm benötigen.

Von Michael Voregger

Tastatur eines Notebooks mit Windows-Logo | Verwendung weltweit, Keine Weitergabe an Wiederverkäufer. | picture alliance / imageBROKER (picture alliance / imageBROKER)
Notebooks mit Windows: Virenschutz inklusive (picture alliance / imageBROKER)
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Seit Windows 8 ist der Defender fester Bestandteil des Betriebssystems vom Microsoft. Die ersten Versionen wurden von Experten noch belächelt und konnten kaum mehr als einen einfachen Schutz bieten. Inzwischen ist Windows 10 auf dem Markt und der Defender ist sehr viel besser geworden. Professor Norbert Pohlmann leitetet das Institut für Internetsicherheit in Gelsenkirchen.

"Das hat sich in der letzten Zeit geändert. Ich habe mir die Bewertungen der Testlabore angeschaut, die ganz viel Antivirensoftware testen. Da hat Microsoft zum allersten Mal 17,5 von 18 Punkten erreicht. Das war im letzten Jahr noch 13,5 Punkte. Die haben sich deutlich verbessert. Es gibt noch drei Produkte die 18 Punkte haben, die noch besser sind. Der Trend geht dahin, das Microsoft sich bezüglich Antivirus deutlich verbessert."

Fester Bestandteil von Windows 10

Der Vorteil für die Nutzer: Die Software muss nicht gekauft oder heruntergeladen werden und ist bereits fester Bestandteil von Windows. Vielen Nutzern sind herkömmliche Antivirus-Programme auch zu kompliziert. Der Windows Defender kann auch hier punkten: Die Software lässt sich leicht bedienen, startet Scan-Vorgänge automatisch und schützt Programme wie das Outlook-Postfach in Echtzeit. Virendefinitionen und Erkennungsmechanismen für unbekannte Viren und verdächtige Verhaltensweisen von Programmen werden direkt über die Updatefunktion des Betriebssystems regelmäßig aktualisiert. Ronald Eikenberg ist Redakteur bei der Zeitschrift c't:

"Also da ist wenig drumherum, wenig Extras. Was aber für die meisten Nutzer genau das ist, was man haben möchte. Man will ja eigentlich nichts davon mitbekommen, dass ein Virenscanner installiert ist und seine Arbeit verrichtet. Die kostenpflichtigen Produkte melden sich durchaus häufiger."

Angriff auf etablierte Virenschutz-Konkurrenz

Der Erfolg des Defender gefährdet das Geschäft der kommerziellen Anbieter von Schutzsoftware. Haben die anfangs noch vergleichsweise einfache Virenscanner verkauft, ist das Hauptprodukt inzwischen meist eine umfangreiche Security-Suite. Für die Hersteller eine gute Einnahmequelle - dann dafür kassieren sie pro Jahr bis zu 80 Euro. Ronald Eikenberg:

"Zum Teil bieten die Hersteller einen Support an, dass man da anrufen kann und sie einem helfen, den Virus zu entfernen. Oder andere Schutzfunktionen, wie Speicher im Internet, wo man Daten verschlüsselt ablegen kann."

Microsoft entwickelt sein Angebot ebenfalls weiter. Mit dem Creators Update für Windows 10 ist der Defender offiziell ebenfalls zur "Security Suite" ausgebaut worden. So werden Angriffe schneller in Echtzeit abgewehrt. Es gibt mehr Einstellungsmöglichkeiten für den Schutz von Netzwerken. Norbert Pohlmann:

Keine Extra-Software mehr nötig für Standardanwender

"Windows hat aufgeholt und man könnte jetzt sagen, wenn es um gängigen Malware-Schutz geht, dann ist die Onboard-Engine - also der Windows Defender - gut genug. Dazu bräuchte ich keine Extra-Software."

Es gibt kostenlose Schutzprogramme von Avira, Avast oder Kaspersky. Die sind in der Regel in den Funktionen beschnitten und mit Werbung versehen. Die kommerzielle Software der klassischen Hersteller hat beim Kampf gegen Schadprogramme nur noch einen kleinen Vorsprung. Die Unternehmen versuchen, durch zusätzliche Anwendungen ihre Kunden zu halten. Der Defender hat sich zu einem zuverlässigen Virenschutz entwickelt und die Nutzer von Windows müssen sich derzeit keine Sorgen machen.

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