Die Nachrichten
Die Nachrichten

Virologe StürmerGenauere Untersuchung der Coronavirus-Varianten auch in Deutschland möglich

Martin Stürmer bei der Aufzeichnung der ZDF-Talkshow 'Markus Lanz' im Fernsehmacher Studio auf dem Phoenixhof. Hamburg, 28.01.2020 | Verwendung weltweit (Geisler-Fotopress)
Der Virologe Martin Stürmer sieht noch Fallstricke bei der flächendeckenden Sequenzierung des Coronavirus. (Geisler-Fotopress)

Der Virologe Martin Stürmer hält eine genauere genetische Untersuchung der Varianten des Coronavirus in Deutschland für umsetzbar.

Stürmer sagte im Deutschlandfunk, es sei zwar utopisch, eine solche Sequenzierung flächendeckend anzubieten, da vielen Laboren sowohl die Grundausrüstung als auch die Expertise dazu fehle. Allerdings könnte das bestehende Wissen einzelner privater und öffentlicher Labore genutzt werden, um einen bestimmten Prozentsatz von positiven Tests zu untersuchen. So könne ein deutschlandweiter Überblick entstehen. Sein Labor in Frankfurt könne dies für das Rhein-Main-Gebiet in weniger als zwei oder drei Monaten leisten, wenn die Politik dafür die Rahmenbedingungen schaffe. Aktuell gebe es keine Finanzierung in diesem Bereich, sagte der Virologe.

Die Sequenzierung des Coronavirus soll unter anderem dazu beitragen, schneller übertragbare und damit potenziell gefährlichere Mutationen des Coronavirus nachzuweisen. Ein Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums sieht vor, dass Labore in Deutschland wöchentlich bis zu fünf Prozent ihrer Corona-Tests molekular untersuchen und die Ergebnisse an das Robert Koch-Institut übermitteln. Die höheren Kosten für diese Analysen übernimmt der Bund, pro Datensatz sollen die Labore 200 Euro erhalten.

Als Vorbild gilt Großbritannien. Dort schlossen sich Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitssystems und Forschungsinstituten zusammen, um die Verbreitung von Mutanten flächendeckend zu überwachen. Dies wird zudem von der Regierung finanziell gefördert.

Weiterführende Artikel zum Coronavirus

Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

+ Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 14.01.)
+ Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
+ Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 11.01.)

Test und Schutz

+ Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
+ Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
+ Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
+ Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
+ Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 13.01.)
+ Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
+ Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 13.01.)
+ Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

Ansteckung und Übertragung

+ Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
+ Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
+ Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
+ Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
+ Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

Diese Nachricht wurde am 14.01.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.