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StartseiteCorsoZeitreisen mit der Superbrille21.01.2021

Virtual RealityZeitreisen mit der Superbrille

Virtual Reality kommt bislang vor allem in Filmen und Computerspielen zum Einsatz. Doch der Absatz von VR-Brillen ging im Corona-Jahr 2020 zurück. Interessanter könnte vielleicht ein Zusammenführen verschiedener Technologien sein, sagte Netzexperte Marcus Bösch im Dlf.

Marcus Bösch im Corsogespräch mit Anja Buchmann

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Die Schauspieler Jihyun Cecilia Lee und Natalya Boeva in »Orfeo ed Euridice« in Virtual Reality.  (Staatstheater Augsburg / Jan-Pieter Fuhr)
Von der Bühne in die virtuelle Unterwelt – per VR-Brille: das Publikum erlebt in Augsburg Glucks »Orfeo ed Euridice«. (Staatstheater Augsburg / Jan-Pieter Fuhr)
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Virtual Reality ist bereits zu einer wichtige Technologie für Games geworden. Sie ermögliche ein intensiveres Erleben, sagt der Netzexperte Marcus Bösch im Corsogespräch. "Wenn ich eine VR-Brille aufsetze, tauche ich komplett in diese Welt ein." Es würden immer neuere Spiele für die VR-Nutzung entwickelt. "Der ganz große Spitzenreiter ist ein Spiel namens ‘Beat Saber’, ein Fitnessspiel."

In dem mehrere Millionen Mal verkauften Spiel gehe es darum, mittels virtueller Laserschwerter Gegenstände, die im Rhythmus der Musik auf den Spieler zukommen, auszuweichen oder sie zu zertrümmern. "Und da kommt man ganz schön ins Schwitzen, passend zur Musik und das ist ein richtiges Workout."

"Eine Art Schuhkarton vor dem Kopf"

Die technolgische Entwicklung im Hintergrund ist relativ rasant, erklärt Marcus Bösch. Sie geht über die Anfänge mittels Pappkarton und eigenem Smartphone längst hinaus. "Inzwischen ist die technolgische Entwicklung so weit, dass man keinen externen Computer mehr braucht." Man könne längst sogenannte headmounted displays in modernen VR-Brillen nutzen. "Nichtsdestotrotz ist das immer noch eine Art Schuhkarton vor dem Kopf. Das heißt, hier muss noch ein bisschen was passieren."

Zukunftsvision Gedankensteuerung

Der VR-Hype, der seit Jahren vorhergesagt wurde, ist seit 1968 ein Thema. Damals habe der Computerwissenschaftler Ethan Sutherland das sogenannte "Schwert des Damokles" erfunden - eine einfache Drahtkonstruktion, auf die der erste virtuelle Raum gelegt wurde. "Das hat man auch aufgesetzt. Es war aber so schwer", so Bösch, "dass es an der Decke befestigt war."

Seit dem wurde das Thema VR von den Medien immer wieder hochgepuscht, auch wenn vieles nach Meinung von Marcus Bösch noch zu früh war für bahnbrechende Entwicklungen. "In der Tat wird 2021 überhaupt nicht das Jahr von VR." Denn AR, das "Augumentieren von Inhalten in das Sichtfeld hinein" sei zur Zeit deutlich interessanter.

Vor allem aber die Kombination mit anderen neuen Technologien könne die Super-Brille hervorbringen, die nichts wiegt, "die ich aber auch mit meinen Gedanken oder mit Sprachsteuerung schwarz schalten kann, um wie in einem 360 Grad Kino irgendwo einzutauchen."

Eine digitale Ebene über der Welt

VR sei besonders für den Bereich Fitness interessant, wo es gerade in Zeiten des Lockdowns ein riesiges Potential gebe. Auch das Thema Veranstaltung und VR ist riesig. "Es kommt darauf an, was das für eine Veranstaltung ist." Nachgebaute virtuelle Konferenzräume brauche niemand, so Bösch, VR-Konzerterlebnisse wie kürzlich von dem Elektronikmusik-Klassiker Jean-Michel Jarre erreichten ein Millionenpublikum.

In den kommenden Jahren, so Marcus Bösch, werde es im realen Leben "eine digitale Ebene über der Welt geben, die wir sehen." Das werde seiner Ansicht nach sehr faszinierend sein, Informationen nicht nur im Web zu suchen, sondern mit einer VR-Brille oder Kontaktlinsen dort zu bekommen, wo sie verfügbar sein sollten.

"Wenn man das Ganze weiterdreht, kann man an Konzepte wie Zeitreisen noch ganz anders herangehen." Dann könne man sich zum Beispiel in 30 Jahren die Bilder von heute quasi darüberlegen. Man könne durch Bauwerke wie die Pyramiden laufen, als wenn sie noch da wären.

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