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StartseiteVerbrauchertippWie hilft man Fink, Meise und Co. am besten durch den Winter?05.01.2021

VogelfütterungWie hilft man Fink, Meise und Co. am besten durch den Winter?

Die Winterfütterung von Vögeln ist umstritten – entscheidet man sich dafür, muss man dabei einiges beachten. Zum Beispiel sollte die Futterquelle frei hängen, um der Verbreitung von Krankheitserregern vorzubeugen.

Von Claudia Ullrich-Schiwon

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Ein Vogelhaus im Winter, an dem Grünfinken sitzen. (imago images / CHROMORANGE)
Bei der Vogelfütterung im Winter gibt es einiges zu beachten (imago images / CHROMORANGE)
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Ganzjahresfütterung oder nur Winterfütterung, darüber sind sich die Vogelschutzexperten seit Langem uneins. Der Naturschutzbund Deutschland, kurz NABU, befürwortet die Zufütterung in den Wintermonaten. Denn der Lebensraum unserer Vögel ist vor allem durch die intensive Landwirtschaft stark eingeschränkt, dann wird die Futtersuche im Winter noch härter.

Aline Förster, Vogelschützerin beim Naturschutzbund Münsterland, betont, dass die angebotenen Futtermischungen nicht mit der Vielfalt eines in der Natur gedeckten Tisches zu vergleichen seien, jedoch den heimischen Vögeln über die kalten und regional schneereichen Monate hinweghelfen.

Wenn man die Vögel füttere, sei es wichtig, "dass man das regelmäßig macht, weil die Vögel sich an die Fütterung gewöhnen. Wenn man es dann zum Frühling hin wieder einstellen möchte, sollte man das auch nach und nach und nicht ganz abrupt einstellen. "

Eine Kohlmeise startet mit einem Korn in seinem Schnabel von einem Vogelhäuschen. (picture alliance/dpa - Sebastian Gollnow) (picture alliance/dpa - Sebastian Gollnow)Kohlmeisen-Evolution - Füttern macht die Schnäbel länger
Schon Charles Darwin war fasziniert von den charakteristischen Unterschieden im Erscheinungsbild von Singvögeln - wie etwa die Schnäbel. Die Schnäbel von Kohlmeisen haben sich dabei auch verändert, und zwar durch fütternde Vogelfreunde.

Zusammensetzung vor dem Kauf studieren

Ob Bau- oder Supermärkte, Discounter oder Gartencenter – sie alle haben derzeit ein breites Angebot an Vogelfutter. Da müsse man genau hinschauen, betont Aline Förster. Denn auf die Mischung kommt es an. Es lohne sich nicht, schnell zum Preisgünstigsten zu greifen, sagt Förster, sondern die Vogelfreunde sollten zuerst die Futterzusammensetzung auf der Packung studieren.

Je nach Beschaffenheit der Schnäbel unterscheiden die Ornithologen zwischen Körner- und Weichfutterfressern. Die Meisen mit ihren kräftigen Schnäbeln lieben Sonnenblumenkörner, Rotkehlchen aber bevorzugen Haferflocken, Rosinen und kleingehackte Nüsse.

Aline Förster begutachtet eine Streufuttermischung aus dem Sortiment eines Gartencenters: "Hier sind noch Hirse oder Hanfsaaten mit drin und das bietet dann den Finken oder Gimpel oder eben auch den Zeisigen eine gute Nahrungsgrundlage."

Futter selbst mischen vermeidet Allergene

Vogelliebhaber und -liebhaberinnen, die es besonders gut meinen und ein paar Euro drauflegen, kaufen Mischungen mit Mehlwürmern und anderen getrockneten Insekten. Jeder kann es jedoch auch mal versuchen, eine eigene qualitative Mischung herzustellen.

Das selbst gemischte Futter hat auch den Vorteil, frei von allergieauslösenden Ambrosia-Samen zu sein, die durchaus in den Fertigmischungen sein können. Dazu finde man meist auf den Packungen einen "Ambrosia getestet"-Sticker, sagt Aline Förster: "Das ist wichtig."

Hängende Futterstellen können Infektionsherden vorbeugen

Voraussetzung für die Fütterung sind entweder feststehende Vogelhäuser oder frei hängende Futterspender. Letztere eignen sich besonders für den Balkon. Auch aus hygienischen Gründen raten die Experten und Expertinnen zu den hängenden Futterstellen, denn hier könnten die Vögel nicht im Futter herumlaufen, es beschmutzen und möglicherweise Krankheitserreger verbreiten.

Dass Futter beim Spektakel rund ums Vogelhaus auch auf den Boden fällt, ist nicht zu vermeiden. Vogelfreund Dieter Beefs sagt dazu: "Dieses Futter ist dann natürlich für die anderen Vögel, die nicht so gern ins Vogelhäuschen gehen wie Buchfinken, Rotkehlchen. Die picken das vom Boden auf."

Aber das kann auch Mäuse oder schlimmstenfalls Ratten anlocken. Dieter Beefs kennt das Problem: "Da hatten wir mehrere Mäuse, die haben sich daran gütlich getan. Ich habe das dann geändert, indem ich jetzt mein Vogelhäuschen auf ein Metallrohr gestellt habe." Ein wirkungsvoller Tipp.

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