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StartseiteSternzeitDie Jagd nach dem dünnsten Mond06.03.2019

Voll beleuchtete MondsichelDie Jagd nach dem dünnsten Mond

Heute um 17.04 Uhr ist Neumond. Ambitionierte Sternfreunde, die die besonders hübsche hauchdünne Mondsichel beobachten wollen, liegen schon morgen Abend auf der Lauer. Der dünne Mond zeigt sich in jedem Fall Samstagabend.

Von Dirk Lorenzen

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Morgen ist die Mondsichel nur für Spezialisten zu erspähen, aber übermorgen (hier abgebildet) ist der hauchdünne Mond schon leichter zu beobachten ( (Stellarium)
Morgen ist die Mondsichel nur für Spezialisten zu erspähen, aber übermorgen (hier abgebildet) ist der hauchdünne Mond schon leichter zu beobachten ( (Stellarium)

Im Frühjahr ist die Sichel des zunehmenden Mondes besonders gut zu sehen. Denn sie läuft der Sonne in die nördlicheren Sternbilder voraus - und die Ekliptik, die Ebene des Planetensystems, steht abends steil zum Westhorizont.

So zeigt sich der Mond auch schon bei einem vergleichsweise geringen Abstand von der Sonne. Bis morgen Abend hat er sich knapp zwölf Winkelgrad von ihr entfernt.

Bei allerbesten Bedingungen und freier Sicht zum Westhorizont wird sich die hauchfeine, erst zu einem Prozent beleuchtete Sichel am hellen Dämmerungshimmel erkennen lassen.

Im Frühjahr steht bei uns die Ekliptik (die Zugbahn von Sonne, Mond und Planeten) abends recht steil zum Horizont – daher ist der Mond (hier am 9. März) dann schon als dünne Sichel gut zu sehen (Stellarium)Im Frühjahr steht bei uns die Ekliptik (die Zugbahn von Sonne, Mond und Planeten) abends recht steil zum Horizont – daher ist der Mond (hier am 9. März) dann schon als dünne Sichel gut zu sehen (Stellarium)

Freitag und Samstag geht das viel einfacher. Dann ist die zu vier beziehungsweise neun Prozent beleuchtete Sichel unübersehbar.

Ist es dunkel genug, so ist außer der hellen Sichel auch der Rest der Mondscheibe auszumachen. Dieses aschgraue Mondlicht ist der Erdschein.

Vom Mond aus gesehen ist unsere Erde noch fast voll beleuchtet. Die Vollerde scheint am Mondhimmel viel heller als der Vollmond bei uns und daher taucht sie die komplette Mondscheibe ins Licht, auch wenn nur die dünne Sichel direkt von der Sonne beschienen wird.

Die Erde leuchtet dabei so kräftig, dass selbst das "Mondgesicht" aus dunklen Flecken und hellen Gebieten zu erkennen ist. Sonne, Erde und Mond verzaubern am Wochenende das Firmament mit einer "voll beleuchteten" Sichel.

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