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StartseiteKalenderblattDer amerikanische Politiker Dwight D. Eisenhower28.03.2019

Vor 50 Jahren gestorbenDer amerikanische Politiker Dwight D. Eisenhower

Nach George Washington und Ulysses S. Grant war Dwight D. Eisenhower der dritte Soldat, der nach seiner aktiven Militärkarriere ins höchste Staatsamt der USA einzog. Als Soldat wie als Präsident verband er diplomatisches Geschick mit einer eigenwilligen Persönlichkeit.

Von Bert-Oliver Manig

US-Präsident Dwight D. Eisenhower (r) begrüßt Bundeskanzler Konrad Adenauer (l) am 17.12.1957 zu einer Aussprache in Paris. Die Beratung befasst sich mit Themen der Nato-Konferenz, die vom 16. bis 19.12.1957 in Paris stattfindet. Deutschland ist seit dem 07.05.1955 Mitglied in der Nato. | (UPI)
US-Präsident Dwight D. Eisenhower (r) mit Bundeskanzler Konrad Adenauer am 17.12.1957 zu Beginn des Nato-Gipfels in Paris (UPI)
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"Ich hasse den Krieg, seine Brutalität und seine Dummheit, wie es nur ein Soldat kann, der ihn erlebt hat."

Dwight D. Eisenhower, der diese Worte 1946 sprach, war ein außergewöhnlicher Soldat. Im Zweiten Weltkrieg trug er als Oberkommandierender der alliierten Truppen in Europa mehr als jeder andere zur Niederwerfung des Faschismus bei.

Die Planung der Invasion in der Normandie war eine präzedenzlose Aufgabe, die außer Tatkraft und Intelligenz ein höchstes Maß an diplomatischem Geschick erforderte: Es galt, britische und amerikanische Verbände zu integrieren und dabei die Vorbehalte der britischen Militärelite gegen einen amerikanischen Oberkommandeur zu überwinden.

Vom Soldaten zum Politiker

Das gelang Eisenhower mit Bravour, wie der Admiral der Royal Navy, Andrew Cunningham, bezeugte: "Es dauerte nicht lange, bis man in ihm den bedeutenden Mann erkannte, der er ist: Zupackend, kompetent, direkt und weitblickend, mit großem Charme und stets mit einem leicht kindlichen Erstaunen darüber, dass er in eine so hohe Position geraten war."

Tatsächlich sollte auf den 1890 geborenen, im Bundesstaat Kansas in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsenen Eisenhower eine noch höhere Aufgabe zukommen: Der populäre, von allen nur "Ike" genannte Berufsoffizier mit dem ansteckenden Lachen war der ideale Präsidentschaftskandidat. 1952 gab Eisenhower dem Werben der Republikaner nach und ließ sich aufstellen - die Wahl gewann er haushoch.

Längst war der Kalte Krieg zwischen Ost und West im Gang. Am Tag seiner Amtseinführung im Januar 1953 umschrieb Eisenhower die Weltlage mit den Worten:

"Wir haben die Mitte eines Jahrhunderts fortwährender Herausforderungen erreicht. Wir spüren überall, dass Mächte des Guten und des Bösen sich geballt und gerüstet gegenüberstehen wie selten zuvor in der Geschichte. ... Wir sind als Nation dazu aufgerufen, vor der Welt Zeugnis unseres Glaubens daran abzulegen, dass die Zukunft der Freiheit gehört."

Liberalen Verfassungsrichter berufen

Dass Eisenhower den scharfen Antikommunisten John Foster Dulles zum Außenminister berief, nährte Befürchtungen, der Präsident sei eine bloße Marionette der Hardliner der Republikanischen Partei. Doch der im Juli 1953 geschlossene Waffenstillstand mit dem kommunistischen Nordkorea zeigte, dass Eisenhower den von rechts geforderten "Rollback" des Kommunismus nicht um jeden Preis durchsetzen wollte.

Auch innenpolitisch nahm Eisenhower die Zügel rasch in die Hand: Er berief den liberalen Earl Warren zum obersten Bundesrichter am Supreme Court, dessen Rechtsprechung die Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner ermutigte.

Aus Sorge vor der Spaltung der Nation klagte Eisenhower: "Die Berufung Warrens war die größte Dummheit meines Lebens!" - Doch als es darauf ankam, stand Eisenhower auf der Seite des Verfassungsrechts und der Gleichheit aller Bürger: So entsandte er Bundespolizei und Armee nach Arkansas, nachdem dort der rassistische Gouverneur Orval Faubus Schwarzen den Zugang zu den Hochschulen verwehrt hatte.

Auch unterstützte Eisenhower das 1957 verabschiedete Bürgerrechtsgesetz. Zu diesem Zeitpunkt war Eisenhower bereits mit klarem Vorsprung für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden.

Überraschende Abschiedsrede

Die wachsende Sorge vor einem Atomkrieg überschattete seine letzten Jahre im Weißen Haus. Die von Eisenhower ausgegebene Militärdoktrin der "massiven Vergeltung", die der Sowjetunion im Falle einer militärischen Aggression in Europa mit einem atomaren Gegenschlag drohte, rief zunehmend Kritik an der Abschreckungslogik hervor.

Als Dwight D. Eisenhowers Präsidentschaft im Januar 1961 endete, überraschte er die Öffentlichkeit in seiner Abschiedsrede. Ausgerechnet der Ex-Militär warnte vor dem gefährlichen Einfluss der Rüstungslobby auf die Politik:

"Die Verbindung einer starken Militärelite und einer großen Rüstungsindustrie ist eine neue Erfahrung in Amerika. Ihr umfassender Einfluss - ökonomisch, politisch und sogar geistig - ist in jeder Stadt, in jedem Provinzparlament, jeder Behörde der Bundesregierung zu spüren. In den Regierungsgremien müssen wir uns vor den illegitimen Einflussnahmen des militärisch-industriellen Komplexes hüten."

Dwight D. Eisenhower starb am 28. März 1969. Parteifreunde wie auch die demokratischen Amtsnachfolger suchten bis zuletzt seinen Rat.

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