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Vorfall in MinskBelarus will internationale Untersuchung zulassen

Roman Protasevich addresses the crowd next to a famous Gdansk's Shipyard Gate number 2 on August 31, 2020 during 'Free Poland To Free Belarus' support rally to express the solidarity with Belarusians people (FILE PICTURE). Belarusian authorities forced a  (Artur Widak/NurPhoto)
Belarus fängt Flugzeug ab und nimmt Oppositionellen Roman Protasewitsch fest (Artur Widak/NurPhoto)

Nach der erzwungenen Landung eines Passagierflugzeugs in Minsk zeigt sich die Regierung von Belarus offen für eine internationale Untersuchung des Vorfalls.

Ein Sprecher des Außenministeriums sicherte wörtlich "volle Transparenz" zu. Falls notwendig, sei Belarus auch bereit, Experten zu empfangen und Informationen offenzulegen, um Unterstellungen zu vermeiden. Gleichzeitig verteidigte der Sprecher das Vorgehen der Behörden. Die Maßnahmen hätten den internationalen Vorschriften in vollem Umfang entsprochen. Er wies Kritik aus der EU als bewusste Politisierung zurück. Den festgenommenen Journalisten Protasewitsch erwähnte das Außenministerium in seiner Mitteilung nicht. Der belarussische Machthaber Lukaschenko hatte ihn international suchen lassen.

Die Europäische Union verurteilte indes die erzwungene Landung des Flugzeugs mit Protasewitsch an Bord scharf und drohte Minsk Sanktionen an. Kommissionspräsidentin von der Leyen bezeichnete die Aktion als Entführung. Der Außenbeauftragte Borrell sprach von einem offenkundigen Versuch der belarussischen Behörden, alle oppositionellen Stimmen zum Schweigen zu bringen. Mit dem Fall will sich heute Abend auch der EU-Gipfel befassen.

Diese Nachricht wurde am 24.05.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.