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StartseiteKölner KongressVon der Zukunft erzählen16.03.2019

VortragVon der Zukunft erzählen

Zukunft heißt, im Heute vom Kommenden zu erzählen. Die Plots dieser Erzählungen klingen zumeist neu - und doch gehören sie zu den ältesten der Menschheit. Wer denkt, unsere Gegenwart sei utopiearm, wird überrascht sein. Auch darüber, dass Zukunftsvisionen fest mit der Vergangenheit verankert sind.

Vortrag von Daniel Hornuff

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Daniel Hornuff (Bild: Felix Grünschloß)
Daniel Hornuff (Bild: Felix Grünschloß)
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Kölner Kongress Unser Programm

// Samstag, 16. März, 12.30 Uhr, Konferenzraum 2

Im Zentrum des Vortrags steht die Zukunft - allerdings nicht als das, was tatsächlich einmal kommen wird, sondern als Erzählung. Denn so sehr bemängelt wird, dass unserer Gegenwart die großen Utopien fehlen, so sprudelnd sind die Visionen davon, wie Zukunft aussehen soll: Künstliche Intelligenz, Digitalisierung der Lebenswelt, Mensch-Maschine-Verknüpfungen, die Ausdehnung der Lebenszeit bis hin zur Unsterblichkeit, die Besiedelung neuer Planeten: Dies sind Plots, mit denen Zukunft heute erzählt wird. Und es sind Plots, die davon berichten, was sich Menschen schon immer unter Zukunft vorgestellt haben. Zukunft ist eine Fiktion, die offenbart, wie sich Menschen ihre Gegenwart durch Erzählungen vom Kommenden erschließen. Der Vortrag zeigt, wie tief aktuelle Vorstellungen von der Zukunft in der Vergangenheit verwurzelt sind - und wie wichtig das Erzählen von der Zukunft für gesellschaftliche, soziale und persönliche Identifikation ist.

Daniel Hornuff, geboren 1981, vertritt die Professur für Theorie und Praxis der Gestaltung an der Kunsthochschule in der Universität Kassel. Nach Magisterabschluss 2007 und Promotion 2009 folgte 2013 die Habilitation mit einer Schrift zur Kultur- und Designgeschichte der Schwangerschaft. Er hatte zahlreiche Lehraufträge inne und publiziert regelmäßig zu Themen der Kultur-, Design- und Zeitgeschichte.

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