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StartseiteSport AktuellFußballer Naki in der Türkei verurteilt06.04.2017

Vorwurf der Terrorpropaganda Fußballer Naki in der Türkei verurteilt

Deniz Naki hatte sich mit kurdischen Opfern solidarisiert - jetzt ist er zu einer anderthalbjährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Ein Gericht befand den früheren Bundesliga-Profi in der Berufungsverhandlung der Terrorpropaganda schuldig.

Von Reinhard Baumgarten

epa05622067 Amedspor FC player Deniz Naki (C) speaks to the press after the case against him was dropped, in Diyarbakir, Turkey, 08 November 2016. The trial against Naki was discontinued after public prosecutor dropped the case. German-born Deniz Naki, of Alevi-Kurdish background, was on trial charged with spreading terrorist propaganda, social media misconduct, and supporting banned PKK. EPA/STR (zu dpa-Meldung: «Verfahren gegen Fußballer Deniz Naki in Türkei eingestellt» vom 08.11.2016) | (dpa/Picture Alliance/Str)
Der ehemalige Bundesliga-Profi spricht nach seinem Freispruch im November 2016 zur Presse. Ein Gericht in der Türkei hat ihn nun zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. (dpa/Picture Alliance/Str)
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Deniz Naki ist in der südostanatolischen Stadt Diyarbakir zu einer Haftstrafe von einem Jahr, sechs Monaten und 22 Tagen verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der 27-jährige Ex-Profi des FC St. Pauli muss die Strafe nicht antreten, wenn er in den kommenden fünf Jahren nicht straffällig wird. Naki war im November vergangenen Jahres vom Vorwurf der Terrorpropaganda freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte Widerspruch gegen den Freispruch eingelegt.

Kritik von EU-Abgeordnetem de Masi

Der Europa-Abgeordnete der Linken, Fabio de Masi, der als Prozessbeobachter vor Ort in Diyarbakir war, nannte das Urteil bedauerlich und absurd. Derselbe Richter, der Deniz Naki vom Vorwurf der Terrorpropaganda freigesprochen hatte mit der Begründung, in der Türkei herrsche Meinungsfreiheit,  habe ihn heute verurteilt. Die Unabhängigkeit der Gerichte von der Politik in der Türkei sei nicht mehr gewährleistet, kritisierte de Masi.

 

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