Donnerstag, 26.11.2020
 
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StartseiteSternzeitIst unser Nachbarplanet noch aktiv?16.11.2020

Vulkane auf der Venus Ist unser Nachbarplanet noch aktiv?

Seit rund 30 Jahren ist klar, dass die Venus, der innere Nachbarplanet der Erde, eine vergleichsweise junge Oberfläche besitzt. Damals hatte die amerikanische Raumsonde Magellan die unter einer dichten Wolkendecke verborgene Venusoberfläche mit Radarstrahlen abgetastet.

Von Hermann-Michael Hahn

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Die sogenannten Coronae, ausgedehnte, ringförmige Strukturen an der Venusoberfläche, sind vulkanischen Ursprungs (NASA)
Die sogenannten Coronae, ausgedehnte, ringförmige Strukturen an der Venusoberfläche, sind vulkanischen Ursprungs (NASA)

Wie sich zeigte, haben großräumige Lavaströme vor rund 500 Millionen Jahren weite Teile der Venusoberfläche neu gestaltet. Offen ist jedoch, ob der damalige Vulkanismus bis heute aktiv oder mittlerweile so weit abgeklungen ist, dass keine geologischen Prozesse mehr stattfinden.

Zwar schienen gelegentliche Anstiege im Schwefelgehalt der Venusatmosphäre auf lokale Ausbrüche hinzudeuten, doch gelang eine unabhängige Bestätigung solcher Aktivitäten nicht.

Jetzt haben Forscherteams aus den USA und der Schweiz weitere Indizien gegen ein vollständiges Erliegen vulkanischer Aktivität auf der Venus gefunden. Sie untersuchten die Entstehung und Veränderungen spezieller großräumiger Formationen.

Unser Nachbarplanet Venus ist vulkanisch überraschend interessant (NASA)Unser Nachbarplanet Venus ist vulkanisch überraschend interessant (NASA)

Heiße Magmablasen aus dem Innern steigen auf

Bei diesen sogenannten Corona-Gebilden handelt es sich um ringförmige Strukturen, die entstehen, wenn heiße Magmablasen aus dem Innern durch Mantel und Kruste bis zur Oberfläche aufsteigen.

Dabei stießen sie auf markante Details, die nur vorübergehend und in einem frühen Stadium der Corona-Bildung auftreten. Diese Strukturen ließen sich immerhin in fast vierzig der bekannten Corona-Formationen auf der Venus erkennen.

Zumindest an diesen Stellen ist die Venus nach Ansicht der Forscherinnen und Forscher geologisch noch nicht zur Ruhe gekommen.

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