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Wald-Experten befürchten"Keine Fichten mehr in 10 bis 15 Jahren in Tschechien"

Blick aus der Luft auf einen Mischwald. (imago )
Gerade durch Hitze und Sturm vorgeschädigte Bäume sind anfällig für den Borkenkäfer. (imago )

Schon seit Längerem wird in Deutschland vor der Gefahr durch Borkenkäfer gewarnt - in Tschechien ist anscheinend schon der Gesamtbestand an Fichten bedroht.

Von Rinde und Holz dieser Baumart ernährt sich der Schädling besonders gern. Doch während hierzulande nur 28 Prozent der Waldfläche aus Fichten bestehen, sind es in Tschechien laut einem Bericht des Mitteldeutschen Runfunks bereits 50 Prozent. Knapp die Hälfte davon sei bereits abgestorben oder stehe kurz davor. Fachleute prophezeiten daher, dass es in Tschechien in zehn bis 15 Jahren so gut wie keine Fichtenwälder mehr geben werde. Die größten Schäden hat der Borkenkäfer demnach in der Region Nordmähren in der Ebene rund um Olomouc angerichtet. Stark betroffen sei aber auch der Bezirk Vysočina an der Grenze zu Österreich.

Klimawandel als zusätzliche Gefahr

Gerade durch Hitze und Sturm vorgeschädigte Bäume sind anfällig für den Borkenkäfer. Nach Einschätzung der Schutzgemeinschaft deutscher Wald (SDW) ist er einer der gefährlichsten Schädlinge in der Forstwirtschaft. Es handele sich eigentlich um "sekundäre" Schädlinge, das heißt, sie fänden nur in kränkelnden und absterbenden Bäumen günstige Entwicklungsbedingungen. Durch besondere Witterungseinflüsse könne aber eine Massenvermehrung (Kalamität) ausgehen, wodurch die Käferpopulation so stark ansteige, dass auch gesunde und vitale Bäume absterben könnten. Dann werde aus dem sekundären ein "primärer" Schädling.

Test mit Folien

Damit sich die Borkenkäfer nicht ungehindert auf benachbartes Waldstück ausbreiten, müssen befallene Bäume schnellstens gefällt und aus dem Gebiet entfernt werden. In Nordrhein-Westfalen wird dazu nun seit Mitte Juni ein neues Verfahren gestestet: Der Landesbetrieb Wald und Holz wickelt die gelagerten Baumstämme in Plastikfolie und schweißt diese luftdicht ein. Innerhalb weniger Tagen soll der Sauerstoff unter der Folie verbraucht sein, so dass die Borkenkäfer und ihre Larven absterben. Zudem werde das Pilzwachstum gehemmt und das Holz für mehrere Jahre konserviert. Unklar ist vorerst noch, ob das Verfahren wirtschaftlich sinnvoll ist und mit welchen Entsorgungskosten zu rechen ist.