Sonntag, 17.02.2019
 
Seit 17:30 Uhr Kultur heute
StartseiteVerbrauchertippE-Auto zuhause laden 29.11.2018

Wallboxen im ADAC-TestE-Auto zuhause laden

Wer sein Elektroauto zuhause aufladen will, könnte sich eine Wallbox anschaffen. Dieser an der Wand befestigte Kasten enthält eine spezielle Steckdose zum Laden des Akkus und reduziert die Ladezeit erheblich. Der ADAC hat Wallboxen getestet – und große Qualitätsunterschiede festgestellt.

Von Susanne Lettenbauer

Stecker am Tank eines Elektroautos (picture alliance/imageBROKER / Jochen Tack)
Das Laden eines Elektroautos an einer Wallbox ist günstiger als bei öffentlichen Ladesäulen (picture alliance/imageBROKER / Jochen Tack)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Pocket
  • Drucken
  • Podcast
Mehr zum Thema

Lithium-Ionen-Akkus Das schwierige Recycling von Elektroauto-Batterien

Elektromobilität Elektro-Auto im Selbstversuch

Florian Hacker vom Öko-Institut im Dlf "Klimabilanz des Elektrofahrzeugs heute schon positiv"

"Das ist jetzt hier dreiphasiger, also normal 220 Volt und dann dreiphasig, also 380 Volt Starkstrom und der wird bei uns einfach vom Zähler aus dem Kellergeschoss hochgezogen und dann sind hier die beiden Wallboxen angeschlossen." 

Im Hof von Carsharing-Anbieter Jürgen Biedermann hängen zwei graue Kästchen an der Hauswand, 20 mal 50 Zentimeter groß. Die blauen, langen Starkstromkabel hinten aufgerollt über der Haltevorrichtung. Seit drei Jahren benutzt Biedermann die kleinen Ladevorrichtungen, installiert von einem Experten, bei Regen und Schnee ohne Abdeckung – problemlos, meint er.

Günstig und leicht zu bedienen

Kostenpunkt pro Stück 800 Euro, dazu seine normalen Hausstromkosten. Noch dazu mit Förderprogrammen vom Staat gesponsert. Viel günstiger als bei öffentlichen Ladesäulen und sehr einfach zu bedienen: 
 
"Bei dieser Wallbox, die jetzt hier auf Dauerstrom steht, ist es ganz einfach. Man nimmt den Stecker ab, gehe zum Fahrzeug, stecke ein und das Fahrzeug unterhält sich automatisch mit der Wallbox und startet automatisch den Ladevorgang."

Car-Sharing-Betreiber Jürgen Biedermann neben einer Wallbox (Deutschlandradio / Susanne Lettenbauer)Carsharing-Anbieter Jürgen Biedermann ist mit seiner Wallbox zufrieden (Deutschlandradio / Susanne Lettenbauer)

Würde er das Auto an eine Steckdose stecken, würde die Kommunikation fehlen, die Batterie könnte beschädigt werden. Mit der Wallbox ist eine kontrollierte Ladung gewährleistet, das Kästchen erkennt, wie schnell das Auto geladen werden darf, wann die Batterie voll ist. Auch wenn die Leistungsaufnahme nicht so hoch ist, bedauert der Boxbesitzer. Kein Problem, erklärt der ADAC, der jetzt zwölf Wallboxen mit einer Leistungsabgabe von 3,7 und 22 Kilowattstunden getestet hat:

"Eine dreiphasige Wallbox mit 11 Kilowattstunde ist komplett ausreichend, das ist ein idealer Kompromiss. Bei einer Wallbox mit 22 Kilowatt geht das Laden zwar schneller, aber das macht über Nacht nicht wirklich einen Unterschied und zum zweiten gibt es bislang auch nur ganz wenige Autos, die diese 22 Kilowatt auch nutzen können."

Nicht alle gleich gut 

Der Test habe große Qualitätsunterschiede ergeben, so Johannes Boos, Sprecher des ADAC. Sechs Mal gab es die Note gut, drei Mal die Note ausreichend und drei fielen komplett durch.

"Bei zwei Boxen ist bei einer Fehlermeldung der Strom nicht automatisch ausgegangen. Das ist sehr gefährlich und kann zu einem Brand führen, schlimmstenfalls passiert auch dem Nutzer etwas. Bei der dritten mangelhaften Wallbox war unter anderem der Schutz gegen Gleichstromfehler zu langsam. Das ist so etwas wie ein Schutzschalter oder eine Sicherung, die vor Fehlerströmen schützt, zum Beispiel aus der Batterie des Autos."

Zweiter Anschluss unnötig

Besonders gut schnitt die Box des deutschen Herstellers ABL ab, gefolgt von Produkten der Firmen KIBA und Mennekes. Bei der Qual der Wahl sollte man auf jeden Fall auf Schnickschnack wie einen zweiten Anschluss verzichten, meist unnötig, so der ADAC. 

"Für ein Eigenheim brauchen Sie meist keine Box, die für mehrere Nutzer ausgelegt ist. Das kann die Bedienung erschweren und zu Fehlern und Ausfällen führen."

Von Fachleuten installieren lassen

Ganz wichtig: Die Installation im Hof, im Carport oder in der Garage muss von einem Experten durchgeführt werden. Dann ist man auch bei der Versicherung auf der sicheren Seite. Und: Bei Eigentümergemeinschaft in Mehrfamilienhäusern müssen alle Nachbarn dem Einbau von Wallboxen einstimmig zustimmen. Wenn nur ein einziger Nachbar dagegen ist, muss man sich eine andere Lademöglichkeit suchen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk