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StartseiteMusikszeneMit Taktstock und Skalpell08.06.2015

Warum Mediziner gerne musizierenMit Taktstock und Skalpell

Singende Neurologen, geigende Chirurgen, dirigierende Anästhesisten - kaum ein Berufsstand steht der klassischen Musik so nahe wie Mediziner. Viele Ärzte spielten schon als Kind Werke von Haydn, Beethoven, Schubert oder Schumann. Und die Liebe zu deren Musik empfinden viele als wichtigen Gegenpol.

Von Sylvia Systermans

Der gefeierte Bariton und studierte Mediziner Christian Gerhaher (dpa / Ole Spata)
Bariton und Mediziner: Christian Gerhaher (dpa / Ole Spata)

Beispielsweise finden die Mediziner später in Ärzteorchestern einen Ausgleich zum fordernden Berufsalltag, wie Charité-Professor Stefan Willich. Seit 20 Jahren leitet er das Institut für Sozialmedizin. Als Dirigent gründete er das World Doctors Orchestra, das auf globale medizinische Probleme aufmerksam macht. Über die Folgen atomarer Strahlung informieren Ärzte bei Konzerten der IPPNW, der Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges. Der Bariton Christian Gerhaher hat dagegen den weißen Kittel irgendwann an den Nagel gehängt. Als examiniertem Mediziner sind dem Sänger nicht nur die Lieder Robert Schumanns vertraut, sondern auch dessen Krankenakte.

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