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StartseiteVerbrauchertippGünstigster Tarif muss nicht der beste sein13.11.2019

Wechsel der AutoversicherungGünstigster Tarif muss nicht der beste sein

Zum 30. November besteht die Möglichkeit, seine Autoversicherung zu wechseln. Vergleichsportale oder die Stiftung Warentest können billigere Alternativen aufzeigen. Doch wer das günstigste Angebot wählt, muss meist auch Abstriche beim Versicherungsschutz machen. Genau hinschauen lohnt sich.

Von Philip Raillon

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Zwei Frauen stehen diskutierend vor ihren beschädigten Autos. (imago/Jochen Tack)
Wer einen Unfall baut, freut sich über einen guten Versicherungsschutz (imago/Jochen Tack)
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Für Martin Wilger ist es schon fast ein Ritual: Im Spätsommer steht die Suche nach einer neuen Autoversicherung an. Auch in diesem Jahr war er wieder erfolgreich.

"In diesem Fall war es so, dass mein Versicherer meine Prämie erheblich aufgestockt hat. Also ich hätte 150 Euro mehr zahlen müssen. Und jetzt habe ich einen gefunden, bei dem zahle ich unterm Strich noch 50 Euro weniger."

Das Angebot hat er auf einem Vergleichsportal gefunden. Bei solchen Portalen wie Check 24 oder Verivox können Verbraucher kostenlos einen passenden Tarif finden. Aber: Schließt ein Verbraucher dort einen Vertrag ab, kassieren sie Provision. Die Verbraucherzentrale empfiehlt daher eine kritische Nutzung. Eine unabhängige Alternative ist das Vergleichsangebot von Stiftung Warentest. Für 7,50 Euro können Verbraucher dort Tarife für zwei Fahrzeuge suchen.

Auch leistungsstarke Versicherungen können günstig sein

Der günstigste Tarif ist aber nicht unbedingt der beste. Beate-Kathrin Bextermöller, Versicherungsexpertin bei Stiftung Warentest.

"Viele Anbieter haben drei Tarife im Angebot. Günstig bedeutet unter anderem auch, dass ich vielleicht einen Tarif im Auge habe, der dann ein Basis-Tarif ist, der nicht viel Leistung beinhaltet. Aber wir haben festgestellt, dass es durchaus Leistungsstarke gibt, die sehr preisgünstig sind. Und die manchmal preisgünstiger sind als eine abgespeckte Version eines sehr teuren Versicherers.

Ein Beispiel: Für einen 45-jährigen Passatfahrer gibt es im Modellfall den günstigsten Tarif für knapp 300 Euro, den teuersten für 1.000 Euro, rechnet Stiftung Warentest vor. 

Es gibt aber auch Unterschiede im Versicherungsschutz. Bei Wildunfällen regulieren manche Versicherer etwa nur, wenn der Schaden durch Haarwild, also etwa ein Wildschwein, entstanden ist. Andere zahlen hingegen auch bei einem Vogel oder einem Hund. Und auch bei Marderbissen gibt es große Unterschiede. Ein Aspekt, der auch für Versicherungswechsler Martin Wilger wichtig war.

"Wichtig ist mir ein umfassender Versicherungsschutz. Das heißt, ich muss komplett abgesichert sein. Auch so Sachen wie zum Beispiel Marderbiss oder so. Weil ich ja auf dem Land wohne, da kann ja auch jederzeit mal so ein Motor kaputt gehen."

Günstigeren Tarif durch höhere Selbstbeteiligung

Sparpotenzial gibt es auch beim selben Anbieter – indem bestimmte Optionen gewählt werden. Beispiel Zahlungstermin: Bei jährlicher statt monatlicher Überweisung zahlen Verbraucher bis zu zehn Prozent weniger. Und wer bei der Kaskoversicherung eine höhere Selbstbeteiligung übernimmt, kann sogar bis zu fünfunddreißig Prozent sparen.

Ein Abschleppunternehmen im Auftrag des ADAC schleppt am 30.04.2014 in Berlin ein Auto ab. (dpa / Hauke-Christian Dittrich)Mit einem Unfall verliert man häufig die bessere Schadensfreiheitsklasse (dpa / Hauke-Christian Dittrich)

Verbraucher, die einen Rabattschutz nutzen mussten, können oftmals sogar nur so sparen. Rabattschutz bedeutet, dass man trotz eines Unfalls in der alten, besseren Schadensfreiheitsklasse bleibt. Dann aber Vorsicht beim Wechsel, sagt Beate-Kathrin Bextermöller von Stiftung Warentest.

"Dann muss man damit rechnen, dass der neue Versicherer das nicht akzeptiert. Der neue Versicherer würde einen dann also in einer schlechteren Schadensfreiheitsklasse einstufen."

Fazit: Verbraucher können mit Änderungen im Versicherungsschutz tatsächlich einiges sparen. Wie viel und mit welchem Baustein, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Stichtag ist jedenfalls meist der 30. November. In diesem Jahr ein Samstag. Die Kündigung sollte daher rechtzeitig beim Versicherer sein. Am besten mit Einschreiben.

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