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StartseiteCampus & KarriereAzubis und Betriebe in Wartemodus27.03.2020

Wegen Corona-PandemieAzubis und Betriebe in Wartemodus

Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Berufsausbildungen aus. Die Zwischenprüfungen im März mussten schon abgesagt werden. Ob die Abschlussprüfungen überhaupt stattfinden, ist unklar. Für viele Auszubildende bringt das Probleme bei der anschließenden Jobsuche.

Von Moritz Börner

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Ein Handwerker arbeitet an Badezimmer-Fliesen. (dpa/ ZB/ Martin Schutt)
Während Schulen und Universitäten generell geschlossen sind, fällt für viele Azubis nur der Unterricht an den Schulen aus. (dpa/ ZB/ Martin Schutt)
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Der Düsseldorfer Marvin Münchow dachte eigentlich bis zum Juni hätte er seine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann unter Dach und Fach. Der 23-Jährige arbeitet in einem Fliesengroßhandel, ist fit im Warenan und -verkauf, der Buchhaltung und Kundenberatung. Der erste Teil der Abschlussprüfung sollte eigentlich Ende April stattfinden, doch aufgrund der Coronakrise wird der Termin jetzt verschoben.

"Das Schwierige ist für mich persönlich diese Ungewissheit, dass man nicht weiß, wie wird das jetzt weiter vorangehen, diese Situation, das heißt, wir alle sitzen auf heißen Kohlen und wissen nicht, wann es los geht."

Coronavirus (imago / Science Photo Library)Alle Beiträge zum Thema Coronavirus (imago / Science Photo Library)

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer befürchtet, dass das Kontaktverbot auch noch über den Mai hinaus verlängert wird. Deshalb müsse man umplanen, sagt Christine Mertens von der IHK Düsseldorf: "Die Szenarien sind so geplant, dass wir die Prüfungen vor Ablauf des Bildungsjahres irgendwie durchführen können. Es kann natürlich sein, dass die Benotung und so weiter, dass sich das noch etwas weiter hinzieht. Wir überlegen auch, dass man die Reihenfolge, dass man das eventuell flexibler handhabt. Weil wir auch das Problem haben, zum einen finden wir genügend Räumlichkeiten und dann ist natürlich auch die Belastung der ehrenamtlichen Prüfer, die natürlich auch alle aus den Betrieben kommen, die jetzt wirklich gebeutelt sind, die ist besonders hoch."

Berufsschulunterricht via E-Mail

Während Schulen und Universitäten generell geschlossen sind, fällt für viele Azubis nur der Unterricht an den Schulen aus, sie arbeiten entweder in ihren Betrieben oder im Home Office weiter. Der Berufsschulunterricht findet wie bei Marvin Münchow meist per E-Mail statt. Der 23-Jährige findet das nicht optimal: "Ich persönlich mag es eigentlich ganz gerne, zum Beispiel die Schule, dass man einen Ort hat, wo man persönlich hingehen kann, wo man gezielt Fragen stellen kann. Das geht auch per Mail, aber bedeutend langsamer, aber die Antworten sind nicht die, die man sich erhofft, wo man im persönlichen Kontakt direkt nachhaken kann."

Weil die Prüfungen verschoben werden, ist für ihn auch noch nicht absehbar, ob er die Festanstellung, die er in dem Düsseldorfer Fliesengroßhandel für Ende Juni eigentlich zugesagt bekommen hat, ohne weiteres antreten kann: 

"Ich zum Beispiel habe auch Anschlussverträge, die sind meistens so ausgelegt, dass die erst gelten mit Bestehen der Prüfung. Man muss dann doch verzichten auf das Geld, dass man dann erhalten würde, wenn die doch weiter hinaus geschoben werden, wäre das doch eine kleine Einbuße."

Birgit Gesell leitet in Düsseldorf einen Baustoffhandel, gleich zwei ihrer Auszubildenden sollten eigentlich bald ihre Abschlussprüfungen machen. Wenn die jetzt aber verschoben werden, könnte das ernsthafte Konsequenzen auf die Jobsuche haben und vertraglich relevant werden: Dass die jungen Leute sich derzeit momentan nicht bewerben können, um einen neuen Arbeitsplatz, falls sie nicht übernommen werden, weil sie wissen ja gar nicht, ob sie bestanden haben.

Zwischenprüfungen fallen aus

Mitte diesen Monats sollten eigentlich auch die Zwischenprüfungen der Berufsausbildungen stattfinden, diese wurden inzwischen aber abgesagt. Weil die Zwischenprüfungen keine Auswirkungen auf die Abschlussnote haben, sollen sie auch nicht nachgeholt werden. Azubi Svetlana Cholena, die in dem Düsseldorfer Baustoffgroßhandel arbeitet, sieht das durchaus kritisch: "Gelernt habe ich, ich habe mir auch extra Urlaub dafür genommen, um mich vorzubereiten. Man hat sich glaube ich ein bisschen gefreut, weil man hat ja nicht mehr diesen Druck gehabt, aber im Nachhinein, das ist so, dass ist eine Selbstkontrolle nochmal, wenn man Zwischenprüfung macht, weil da kann man erkennen, wo man noch Schwächen hat, die man dann ausgleichen kann."

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