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Wegen Unterdrückung der OppositionAußenminister Maas für Entzug der Eishockey-WM in Belarus

MINSK, BELARUS - NOVEMBER 26, 2020: Belarus President Alexander Lukashenko is pictured during a meeting with Russia s Foreign Minister Sergei Lavrov at the Palace of Independence. Valery Sharifulin/TASS PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY TS0EFBE1 (imago / ITAR-TASS / Valery Sharifulin)
Eine WM legitimiere Lukaschenkos Verbrechen, so die Argumentation. (imago / ITAR-TASS / Valery Sharifulin)

Außenminister Heiko Maas befürwortet wegen der massiven Repressionen gegen die Demokratiebewegung, Belarus die Eishockey-WM zu entziehen.

"Wer es ernst meint mit der Solidarität mit Belarus, kann in dieser Lage nicht ernsthaft eine Weltmeisterschaft abhalten wollen", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". "Das wäre das größte PR-Geschenk für (Präsident) Lukaschenko und ein verheerendes Signal an die Demonstrierenden." Dies sei keine Frage von politischem Kalkül, sondern von Haltung, sagte Maas in Richtung des Internationalen Eishockey-Verbandes.

Die WM soll vom 21. Mai bis zum 5. Juni in Belarus und Lettlands Hauptstadt Riga ausgetragen werden. Lukaschenko, der als "letzter Diktator Europas" gilt, steht wegen schwerer Verbrechen gegen die Menschlichkeit international der Kritik. Die EU erkennt ihn seit der als gefälscht eingestuften Wahl vom 9. August nicht mehr als Präsidenten an. Das EU-Mitglied Lettland lehnte eine gemeinsame WM mit Belarus ab. In Minsk hatte die WM bereits 2014 stattgefunden.

Zuvor hatten auch andere deutsche Politiker einen Entzug der WM gefordert. "Wer riskiert, dass eine WM zu weiteren Unterdrückungen, Verhaftungen und Folterungen führt, der macht sich mitschuldig", teilten die sportpolitische Sprecherin Monika Lazar und der Osteuropapolitiker Manuel Sarrazin mit. Mit einer WM in Minsk würden die Verbrechens Lukaschenkos indirekt legitimiert.

Diese Nachricht wurde am 14.01.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.