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StartseiteSternzeitSatelliten messen den Salzgehalt der Meere08.06.2020

Welt-OzeantagSatelliten messen den Salzgehalt der Meere

Der ESA-Satellit SMOS kreist in rund 750 Kilometern Höhe um die Erde und misst mit Hilfe von Mikrowellenstrahlung den Salzgehalt des Meerwassers. Die Daten erlauben Rückschlüsse auf die großräumigen Strömungen in den Meeren und wie sie sich verändern.

Von Dirk Lorenzen

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Satellitenbild mit Einfärbung des Salzgehalt des Oberflächenwassers der Ozeane (je röter, desto salziger)  (ESA/NASA)
Salzgehalt des Oberflächenwassers der Ozeane (je röter, desto salziger) (ESA/NASA)

Heute ist der Welttag der Ozeane. Unsere Erde ist zu 70 Prozent von Wassermassen bedeckt – und zahlreiche Satelliten beobachten die Weltmeere und ihre Veränderungen in Folge des Klimawandels. Der ESA-Satellit SMOS kreist in rund 750 Kilometern Höhe alle hundert Minuten um die Erde. Aus der Umlaufbahn heraus misst er mit Hilfe von Mikrowellenstrahlung den Salzgehalt des Meerwassers.

Rückschlüsse auf Strömungen

In der Atmosphäre nimmt der Gehalt von Kohlendioxid immer mehr zu. Ein Teil dieses Gases wird in den Meeren gelöst. Das mag auf den ersten Blick gut für das Klima sein, doch für die Ozeane ist das sehr gefährlich, denn das Wasser wird damit saurer – mit erheblichen Folgen für Flora und Fauna.

Zudem hängt die Dichte von Wasser auch vom Salzgehalt ab – und der wiederum bestimmt, wo und wie schnell Meerwasser aufsteigt oder absinkt. Die SMOS-Daten erlauben somit Rückschlüsse auf die großräumigen Strömungen in den Meeren und wie sie sich verändern.

Satellitenaufnahme von Korallenriffen,  hier die Fidschi-Inseln (Allen Coral Atlas/Erdbeobachtungsfirma Planet)Erfassung von Korallenriffen aus dem All, hier die Fidschi-Inseln (Allen Coral Atlas/Erdbeobachtungsfirma Planet)

Vorteile der Beobachtung aus dem All

Vom All aus lassen sich binnen weniger Wochen sämtliche Ozeane erfassen – mit einer zeitlichen und räumlichen Auflösung, die mit Messbojen oder Schiffen nie zu erreichen wäre. Auf klassische Weise lassen sich letztlich nur Stichprobenmessungen durchführen.

Das SMOS-Team arbeitet bei der Beobachtung der Ozeane und des Wasserkreislaufs auf der Erde eng mit den Fachleuten der NASA-Missionen SMAP und Aquarius zusammen. Die Erde ist das wichtigste Beobachtungsobjekt für die Raumfahrt. Wasser ist auf der Erde nicht alles, aber ohne Wasser ist alles nichts.

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