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WelterbeUnesco setzt Budapest und Venedig doch nicht auf Liste gefährdeter Kulturstätten

Overtourism in Venedig. Ein Kreuzfahrtschiff läuft in den Hafen von Venedig ein. Die MSC Musica Länge über alles 275 Meter, rund 2000 Passagiere, ist ein Kreuzfahrtschiff der MSC Cruises. Die Passage durch den Giudecca-Kanal vorbei am Markusplatz ist umst (IMAGO / Arnulf Hettrich)
Ein Kreuzfahrtschiff läuft in den Hafen von Venedig ein. (IMAGO / Arnulf Hettrich)

Die Unesco hat die ungarische Hauptstadt Budapest und die italienische Lagunenstadt Venedig erstmal nicht auf die Liste der gefährdeten Kulturstätten gesetzt.

Nach dem Verbot großer Kreuzfahrtschiffe im historischen Zentrum hat die Kommission dies offenbar nicht mehr für notwenig befunden. Die Passage der riesigen Schiffe durch den historischen Teil der Stadt nahe dem Markusdom und dem Dogenpalast hatte die UN-Kulturorganisation als zuvor Grund dafür genannt, warum der Status Venedigs gefährdet sei. Italien solle stattdessen bis Dezember 2022 darlegen, wie Venedig vor zu viel Tourismus und einem Bevölkerungsrückgang geschützt werden könne. Bei einem weiteren Treffen 2023 soll dann darüber beraten werden. Denkmalschutzorganisationen kritisierten die Entscheidung des Welterbekomitees der Unesco umgehend.

Auch Budapest bereitet der Unesco deren Angaben zufolge Sorge in seinem Status als Welterbe. Das Komitee will in einem Jahr nochmal darüber beraten, ob die Stadt unter Umstände doch offiziell als gefähdet deklariert werden soll. Es geht zum Beispiel um das Donauufer, das Burgviertel und die Andrássy Allee. Die Unesco ist besorgt über große Bauprojekte, hohe Gebäude, Abrissarbeiten und zuviel Verkehr. In einem Unesco-Dokument war vor den Beratungen von unmittelbaren Bedrohungen für den einzigartigen universellen Wert die Rede - und auch Meinungsverschiedenheiten mit der ungarischen Seite über die Sorgen der Unesco.

Diese Nachricht wurde am 22.07.2021 im Programm Deutschlandfunk Nova gesendet.