Dienstag, 26.05.2020
 
Seit 11:55 Uhr Verbrauchertipp
StartseiteInformationen am MorgenGlobalisierungskritiker in der Krise?15.08.2016

Weltsozialforum in KanadaGlobalisierungskritiker in der Krise?

Die Teilnehmerzahlen waren enttäuschend: Statt der erwarteten 50.000 besuchten nur rund 30.000 Menschen das Weltsozialforum im kanadischen Montreal. Das Treffen der Globalisierungskritiker bemüht sich nun um einen Neustart.

Von Kai Clement

Teilnehmer des Weltsozialforums in Montreal, Kanada. (AFP / Clement Sabourin)
Teilnehmer des Weltsozialforums in Montreal, Kanada. (AFP / Clement Sabourin)
Mehr zum Thema

Weltsozialforum in Montreal Was wird aus der "Robin-Hood-Steuer"?

Weltsozialforum in Kanada Vom Nachdenken zum Handeln kommen

Sechs Tage lang haben sie diskutiert, wie sie die Welt ändern können, haben sich Vorträge angehört – darunter von der kanadischen Star-Autorin Naomi Klein – und sind – die Irokesen-Konföderation vorneweg – zum Marsch durch die Innenstadt von Montreal angetreten.

Es war das erste Weltsozialforum überhaupt – seit Gründung 2001 - auf der nördlichen Erdhalbkugel. Die Bilanz in Zahlen: laut Organisatoren 15.000 registrierte Besucher, höchstens das Doppelte, wenn man Tagesgäste einrechnet. Verglichen mit früheren Spitzenwerten von bis zu 100.000 Mitwirkenden ist das ein schlechter Wert. Auch die kanadischen Medien berichteten nur sparsam. Francisco Mari vom deutschen Mitveranstalter "Brot für die Welt" plädiert für das nächste Forum wieder für ein Land des Südens – eine Entscheidung darüber ist aber noch nicht gefallen.

Diskussion über Demokratieverlust

Migration, Landrechte, Hunger – viele so genannte 'klassische Themen' des Südens hätten dieses Jahr weniger eine Rolle gespielt, sagt Francisco Mari. Dagegen zum Beispiel Debatten über Demokratieverluste in vielen Staaten der Welt – etwa der Türkei – und Klimaschutz. Das war auch das Thema von Naomi Klein. Titel ihres Vortrages: System Change, not Climate Change. Also: Systemwandel, nicht Klimawandel.

Zum Abschluss stellten teilnehmende Gruppen einen Aktionsplan auf – auch um den Eindruck von Worten statt Taten entgegen zu treten.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk