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StartseiteAtelier neuer MusikZwischen Tradition und Innovation23.05.2020

Wer war Bruno Maderna?Zwischen Tradition und Innovation

Als hochsensibler Freigeist unter den Protagonisten der Nachkriegs-Avantgarde blieb Bruno Maderna lange ein Visionär ohne große Aufmerksamkeit. Stilistische Abgrenzungen liegen ihm fern. Als erster Komponist verband er Klänge elektronischer Musik mit instrumentaler Tradition.

Von Yvonne Petitpierre

Zwei Männer stehen, einer sitzt: S/w-Aufnahme von Pierre Boulez, Bruno Maderna (Mitte) und Karlheinz Stockhausen in Darmstadt 1951. (Archivio Bruno Maderna der Universität Bologna)
Bruno Maderna (Mitte) bei den Darmstädter Ferienkursen 1951 (Archivio Bruno Maderna der Universität Bologna)
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Sein Ruhm als Dirigent und Lehrer stellte den Komponisten Bruno Maderna (1920–1973) zu Lebzeiten in den Hintergrund. Zudem wollte er niemals Dogmatismen gehorchen, sondern bestehende Klangwelten in ihren akustischen Dimensionen offenlegen, erkunden. Maderna blieb darin seinem Lehrer Gian Francesco Malipiero treu – dergestalt, dass "nichts erfunden werden müsse, aber vieles entdeckt".

Im Dialog mit der Historie

Vor diesem Hintergrund suchte Maderna den Dialog mit der Vergangenheit und erkundete Musikgeschichte mit schöpferischen Transkriptionen. Als Wegbereiter der elektronischen Musik in Italien gründete er gemeinsam mit Luciano Berio das "Studio di Fonologia". Es ging ihm dabei darum, elektronische und instrumentale Klänge zu koppeln. 

Im Umgang mit neuen Klängen und Strukturen wurzelt die Besonderheit des Musikers Maderna, der immer auf die Schärfe und Genauigkeit des Wahrnehmens gebaut hat. Anlässlich seines 100. Geburtstags am 21. April 2020 begibt sich Autorin Yvonne Petitpierre auf Spurensuche.

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