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StartseiteVerbrauchertippGebühren vergleichen lohnt sich14.06.2019

WertpapierdepotsGebühren vergleichen lohnt sich

Kauf und Aufbewahrung von Wertpapieren kostet Geld. Diese Kosten können die Rendite unangenehm schmälern. Doch es gibt auch verbraucherfreundliche Depots – beispielsweise bei Wertpapierbrokern und Direktbanken.

Von Anja Nehls

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Fallende Dax-Kurve im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt am Main. Foto: Frank Rumpenhorst | Verwendung weltweit (dpa Themendienst)
Wer in Wertpapiere investiert, sollte auf die Depotgebühren achten (dpa Themendienst)
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Wer Aktien oder Aktienfonds kaufen oder verkaufen möchte, benötigt dafür ein Wertpapierdepot - ein Konto für Wertpapiere. Der Anleger kann über dieses Konto Aktien kaufen oder verkaufen, lagern und jederzeit sehen, wie viel die Papiere gerade wert sind. Dieser Berliner Fotograf beschäftigt sich seit 20 Jahren nebenbei mit Aktien und checkt einmal am Tag sein Depot auf dem PC:

"Also unter einem Depot hat man früher tatsächlich einen Ort, einen Raum, einen Korb, einen Schrank oder einen Tresor verstanden, wo die Aktien in Papierform lagerten. Auch heute kann man noch verlangen, dass einem die Aktien als Urkunde ausgehändigt werden, aber tatsächlich läuft das alles elektronisch."

22 Millionen Depots in Deutschland

Ein solches Aktien-Konto gibt es bei Banken oder spezialisierten Wertpapierhändlern, sogenannten Brokern. Aktuell sind in Deutschland rund 22 Millionen Depots im Einsatz. Die Kosten für ein Depot sind je nach Anbieter unterschiedlich, erklärt Sara Zinnecker von Finanztip. Am preiswertesten kaufen oder verkaufen Anleger Wertpapiere bei Brokern, die auf den Wertpapierhandel spezialisiert sind und nichts darum herum anbieten:

"Die verlangen meistens gar keine Depotführungsgebühr und eine feste Gebühr für den Kauf und den Verkauf von Wertpapieren. Etwas teurer sind dann die Direktbanken oder die Onlinebanken, da hat man ja meistens neben dem Depot noch ein Girokonto oder eine Kreditkarte, da bezahlt man ein bisschen diese Bankdienstleistungen auch noch mit. Und am teuersten sind Depots bei Filialbanken."

Auf die Gebühren achten

Ein verbraucherfreundliches Depot sollte möglichst günstig sein, da sämtliche Gebühren erst wieder mühsam mit der Rendite erwirtschaftet werden müssen, so Zinnecker. Aber auch wenn das Depot kostenfrei ist, muss man für das Handeln, also das Kaufen oder Verkaufen von Wertpapieren, eine Gebühr bezahlen. In der Regel zahlen Anleger umso mehr für den Kauf von Wertpapieren, je mehr Geld sie anlegen. Nicht so bei einigen Brokern. Unabhängig von der Anlagesumme werden zum Beispiel bei Flatex und der Onvista Bank nur 6,75 Euro beziehungsweise sieben Euro pro Transaktion fällig. Zusätzliche Gebühren fallen nicht an. Wer jedoch alle seine Bankgeschäfte unter einem Dach erledigen möchte, für den können auch Depot-Angebote von Direktbanken eine gute und kostengünstige Lösung sein, meint Sara Zinnecker:

"Bei den Onlinebanken ist es oft so, dass die Gebühr für den Kauf oder den Verkauf steigt, je mehr ich investiere, aber diese Kosten sind auch nach oben hin gedeckelt und sind immer noch vernünftig und gut. Da empfehlen wir zum Beispiel die DKB, Comdirekt, Consorsbank und ING."

Der Fotograf aus Berlin hat sein Depot bei einer Direktbank, die kostenlos Girokonten und Depots führt. Drei bis viermal im Jahr kauft oder verkauft er Aktien. Die Gebühren für die Transaktion seien dabei transparent:

"Wenn man so ein Online-Depot führt und man möchte einen Titel kaufen oder verkaufen, dann bekommt man in der Regel eine Liste von Anbietern dieses Wertpapiers und da kann man in der Regel auch ablesen, was jetzt an Courtage oder Brokergebühren anfällt, wenn man sowas kauft oder verkauft, und kann das auch als Laie ziemlich easy entscheiden."

Dann muss man nur noch Glück haben oder ein gutes Händchen und vor allem Geduld. 

"Es gibt ja so einen berühmten Spruch von Kostolany, der gesagt hat: Legt die Aktien in den Keller wie einen guten Wein und schaue nach 20 Jahren mal, was daraus geworden ist, und da ist was dran."

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