Freitag, 22.11.2019
 
Seit 14:00 Uhr Nachrichten
StartseiteCampus & KarriereWertvolle Empfehlungsschreiben28.04.2009

Wertvolle Empfehlungsschreiben

In Großbritannien werden die Bologna-Vereinbarungen bisweilen unterlaufen

Der Bologna-Prozess ist auf der Insel kein großes Thema: Bachelor- und Masterabschlüsse existierten bereits vorher. Von daher scheren sich die Briten bisweilen wenig um die neuen Bestimmungen.

Von Martin Zagatta

In London leben Menschen aus zahlreichen Nationen, britische Studenten verlassen dagegen selten das Königreich. (Stock.XCHNG / Viajero Viajero)
In London leben Menschen aus zahlreichen Nationen, britische Studenten verlassen dagegen selten das Königreich. (Stock.XCHNG / Viajero Viajero)

Größere Veränderungen hat die Reform in Großbritannien nicht mit sich gebracht, da die Bachelor- und Masterabschlüsse hier auch schon vorher existierten. So ist der Bologna-Prozess kein großes Thema auf der Insel, und die EU-skeptischen Briten scheren sich auch wenig um die Vereinbarungen.

Die Zulassung an den renommierten Universitäten ist keinesfalls vereinfacht worden: Empfehlungsschreiben zählen oft noch immer mehr als Notenschnitt oder Abschluss. Der Bachelor nach drei Jahren ist zwar die Regel. Ansonsten aber dauern Masterstudiengänge meist nur ein Jahr - und mit der Einführung kürzerer Grundstudien wurden die Bologna-Vereinbarungen gar unterlaufen. Es gehe ja nicht um europäische Harmonisierung, sondern um Vergleichbarkeit und Wettbewerb, argumentiert London.

Lediglich das Ziel, so heißt es in einem Regierungsbericht zum Bologna-Prozess, das Ziel, dem britischen Nachwuchs ein Studium im europäischen Ausland nahezubringen, sei nicht erreicht worden, offenbar wegen mangelnder Fremdsprachenkenntnisse. Kein Wunder auch: Schließlich hat die Labourregierung Fremdsprachen als Pflichtfach an britischen Schulen abgeschafft.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk