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Westsahara-KonfliktMarokko ruft Botschafterin aus Deutschland zurück

Armeestützpunkt der Polisario (Deutschlandradio/Frieder Heitmann)
Um die Westsahara tobt ein jahrzehntelanger Streit zwischen dem Königreich Marokko und den Sahrauis. Dieses Nomadenvolk mit seiner Guerilla-Armee "Frente Polisario" will selbstbestimmt in einem eigenen Land leben. (Deutschlandradio/Frieder Heitmann)

Marokko hat seine Botschafterin in Deutschland zu Beratungen in die Heimat zurückgerufen.

Damit will die Regierung in Rabat nach eigenem Bekunden gegen die Politik Deutschlands im Westsahara-Konflikt protestieren. In einer Erklärung des Außenministeriums heißt es, die Bundesrepublik habe mit "feindlichen Aktionen" die Interessen Marokkos verletzt.

Das Auswärtige Amt in Berlin reagierte überrascht. Die Vorwürfe seien nicht nachvollziehbar.

Marokko beansprucht die Region Westsahara als Teil seines Staatsgebiets. Der Anspruch ist international nicht anerkannt, war aber vom ehemaligen US-Präsidenten Trump bestätigt worden. Deutschland hatte die Entscheidung der USA kritisiert und eine Sitzung des UNO-Sicherheitsrates einberufen.

Diese Nachricht wurde am 07.05.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.