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StartseiteVerbrauchertippMessenger mit Sicherheit und Datenschutz17.05.2019

WhatsApp-AlternativenMessenger mit Sicherheit und Datenschutz

Messenger-Dienste setzen zum Teil auf sehr unterschiedliche Verschlüsselungs-Systeme. Experten sehen die beste Sicherheit bei den Diensten Signal und Threema. Das Problem bei Whatsapp sei das Sammeln von Metadaten.

Von Janne Görlach

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Eine Frau mit gestreiftem T-Shirt hält ein Smartphone in den Händen, um den Hals trägt sie Kopfhörer. (imago images / Westend61 / Giorgio Magini)
Messenger-Botschaften via Smartphone sind beliebt - aber nicht immer sicher (imago images / Westend61 / Giorgio Magini)
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WhatsApp, Facebook, Instagram: Der Facebook-Konzern führt weltweit die digitale Kommunikation an. Doch in Sachen Datensicherheit steht das Unternehmen immer wieder in der Kritik. Wer sich Gedanken um den Schutz seiner Daten macht, sollte sich nach Alternativen umsehen, meint Peter Schüler vom Computermagazin C’T:

"WhatsApp verschlüsselt seit einigen Jahren alle Inhalte von Ende zu Ende. Das heißt, die eigentlichen Gesprächsinhalte oder Chatinhalte sind sicher."

Das Problem sei jedoch das Sammeln von Metadaten. So würden etwa Informationen darüber erhoben, wer wann mit wem in Verbindung steht.

"In dieser Hinsicht ist WhatsApp sehr problematisch, weil es sämtliche Daten aus dem Adressbuch von dem WhatsApp-Anwender an Facebook hochtelefoniert. Und Facebook macht nach seinem Geschäftsmodell daraus Korrelationen und verwendet diese Daten. Das ist ein Problem, was man mit anderen Apps vermeiden kann."

Sichere Alternativen zu WhatsApp

Auch wenn verschlüsselte Inhalte nicht ausgewertet werden, seien Metadaten wertvoll, sagt Jan Schötteldreier von Digitalcourage. Das ist ein Verein, der sich für Informationsfreiheit und Datenschutz einsetzt.

"Auch damit lassen sich Rückschlüsse machen auf viele private Sachen. Das kann je nach Kontext ganz schön schwierig sein."

In der Datenschutzrichtlinie von WhatsApp heißt es allerdings, die Facebook-Unternehmen würden Informationen unter anderem dafür austauschen, um eigene Dienste und Angebote zu vermarkten.

Aber bei welchem Messenger sind meine Daten denn nun sicher? Schülers Empfehlung lautet:

"Die beste Sicherheit gewährleisten eigentlich die Dienste Signal und Threema. Das sind zwei Dienste, die sowohl eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle Inhalte bieten. Und die auch ausschließen, dass jemand Schindluder mit meinen Verbindungsdaten anstellen kann."

Andere Messenger-Dienste böten diesen Schutz nicht uneingeschränkt, auch nicht die weitverbreitete Whatsapp-Alternative Telegram, sagt Schüler:

"Bei Telegram muss man sich ziemlich gezielt ins Zeug legen und einen bestimmten, eingeschränkten Gesprächsmodus anwählen, um dann für diesen bestimmten Gesprächsmodus eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu bewerkstelligen. Für den Routinefall sind die Inhalte nicht verschlüsselt bei Telegram."

Auch der gute alte SMS-Versand zähle - weil unverschlüsselt - nicht zu den sicheren Kommunikationskanälen.

Das Argument "Ich habe nichts zu verbergen" zählt nicht

Schötteldreier warnt davor, persönliche Daten bereitwillig den Konzernen zu überlassen. Man habe ja nichts zu verbergen, sei in Sachen Datensicherheit kein gutes Argument:

"Ich mache doch nichts Illegales, sollen die Unternehmen ruhig wissen, was ich mache. Ich mache ja nichts Verbotenes, und es weiß doch jetzt eh schon jeder alles über mich. Das ist aber eine ganz gefährliche Einstellung. Wenn man bereitwillig alles preisgibt über sich, dann haben auch die Menschen und Konzerne und auch der Staat natürlich entsprechend viel Macht über einen. Das heißt, wer alles über einen weiß, kann auch mit diesen Informationen alles machen - langfristig."

Die größte Schwierigkeit ist sicherlich, andere von dem Wechsel zu einem sicheren Anbieter zu überzeugen. Um dennoch an den Gesprächen, die über die weiter verbreiteten Dienste stattfinden, teilzuhaben, sei es durchaus eine Möglichkeit, die sicheren Dienste zusätzlich zu verwenden, sagt Schötteldreier. Und die sicheren Messenger erst einmal in kleinen Gruppen auszutesten, zum Beispiel in der Familie. Das Treiben in den sicheren Messengern bleibe so geschützt - zum Schutz von Daten, auf die man anderen Messengern Zugriff gewährt, taugt dieser Kompromiss allerdings nicht.

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