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StartseiteAbschaltung Mittelwelle"Achtung! Hier Sendestelle Berlin Voxhaus"13.11.2015

Wie alles begann"Achtung! Hier Sendestelle Berlin Voxhaus"

Als die erste offizielle deutsche Radiosendung am 29. Oktober 1923 aus dem Vox-Haus in Berlin ausgestrahlt wurde, markierte das den Beginn einer großen Revolution, denn zum ersten Mal konnten in Deutschland Information und Unterhaltung, Musik und Geräusche direkt in die Wohnzimmer übertragen werden.

Von Barbara Weber

Das Voxhaus mit dem Schriftzug der Plattenfirma Vox (circa 1923). Hier stand der erste reguläre Rundfunksender Deutschlands. (Deutsches Rundfunkarchiv DRA)
Das Voxhaus mit dem Schriftzug der Plattenfirma Vox (circa 1923). Hier stand der erste reguläre Rundfunksender Deutschlands. (Deutsches Rundfunkarchiv DRA)

Die ersten Sekunden des Sendestarts im Voxhaus:

Die rechtfertigte im Staatsfunk den Mauerbau und gab Zielvorgaben zu Fünf-Jahres-Plänen. Aber es entstanden auch packende Reportagen aus der Arbeitswelt. Frauen wurden am Band und im Büro gebraucht und erzählten im Rundfunk, warum ihnen ihre Arbeit wichtig ist. Spätere Aufnahmen von Mauerfall und Deutscher Einheit dokumentieren eindrucksvoll die Ereignisse von 1989/90.

Die deutsche Rundfunkgeschichte ist in weiten Teilen eine öffentlich-rechtliche Geschichte, denn bis Mitte der 1980er-Jahre gab es in Deutschland keinen privaten Hörfunk. Erst der Rundfunkstaatsvertrag von 1987 gestattete die generelle Zulassung privater Rundfunkanbieter.

Die Radio-Archivaufnahmen der letzten 90 Jahre sind mehr als eine Ansammlung von Tönen: Sie dokumentieren Geschichte und zeigen ihre auditive Dimension.

Was verrät der Klang einer Stimme aus den 50er-Jahren?

Welche Rückschlüsse lassen sich auf eine Gesellschaft ziehen, die Reden archiviert, aber kaum Originaltöne aus der Wirtschaftskrise der 1920er?

Wie trägt ein Massenmedium dazu bei, eine Diktatur zu unterstützen und einen Vernichtungsfeldzug zu begleiten?

Radio heute empfinden viele Hörer als Begleitmedium, "Dudelfunk" sagen auch manche, "Häppchenjournalismus" andere. Qualitätsvolle Informationsprogramme, aufwendig gestaltete, experimentierfreudige Feature und packende Live-Reportagen bestimmen nicht mehr die Mehrheit der Programme – vielleicht auch ein Grund, warum das Deutschlandradio mit seinen drei Programmen sich steigender Beliebtheit erfreut.

Radio heute heißt aber auch: Radiomacher sind nicht mehr nur Journalisten, sondern auch Studierende. Heute hat fast jeder über Applikationen die Möglichkeit, sein Radio und sein eigenes Programm zu gestalten.

Schon jetzt steht fest, dass die Übertragungswege immer unwichtiger werden: das gute, alte UKW-Antennenradio wird es sicherlich noch eine Zeit lang geben, aber Radio via Internet und DAB+spielt schon jetzt eine immer größere Rolle. 


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